Christliche Kirchen erklären Solidarität nach Verwüstung des muslimischen Gräberfelds

Zu einer gemeinsamen Solidaritätserklärung des Kirchenkreises Iserlohn gemeinsam mit dem katholischen Dekanat Märkisches Sauerland kam es als Reaktion auf die furchtbare Verwüstung des muslimischen Gräberfelds auf dem Hauptfriedhof Iserlohn. In der Silvesternacht hatten bisher unbekannte Täter einen Anschlag darauf verübt.

Pfarrer Bernd Neuser, Beauftragter für den christlich-islamischen Dialog des Kirchenkreises und Co-Moderator des Runden Tisches der Religionen in Iserlohn, und Dekanantsreferentin Gaby Iserloh nahmen an der Gedenk- und Solidaritätsveranstaltung am 2. Januar teil. Sie konnten mit den muslimischen Familien reden. In ihrer Trauer konnten die Familien zum Ausdruck bringen: Ob es muslimische, jüdische oder christliche Gräber sind, die geschändet wurden, ihnen ist wichtig, dass die Glaubenden in Iserlohn zueinander stehen.

In seiner Ansprache und einem anschließenden Gebet brachte Pfarrer Neuser die Betroffenheit aller Religionen zum Ausdruck, die seit vielen Jahren am „Runden Tisch der Religionen in Iserlohn“ zusammenarbeiten. "Ob muslimische, jüdische oder christliche Gräber zerstört werden, unsere Trauer und unser Entsetzen ist groß", so Neuser. "Die Toten können sich nicht wehren, sie werden beigesetzt im Vertrauen, dass ihren Gräbern Schutz und Respekt gezeigt wird. Unsere Stadtgesellschaft hat diese Gräber hier nicht schützen können, und das beschämt uns alle. Wir wünschen, dass die Täter gefunden werden." Den betroffenen Familien sprach Neuser sein Mitgefühl aus: "Wir alle fühlen mit ihnen". Er rief dazu auf, das Vertrauen nicht zu verlieren, damit die Täter ihr Ziel nicht erreichen. 

Der Runde Tisch beschäftigt sich zurzeit mit den verschiedenen Beerdigungsriten und Glaubenssymbolen, die den verschiedenen Religionen eigen sind. Noch im November 2021 hatten Mitglieder gemeinsam den jüdischen Friedhof und auf dem Hauptfriedhof Iserlohn das muslimische Gräberfeld und christliche Gräber besucht. Im Jahr 2022 will der Runde Tisch auf dem Hauptfriedhof allen Interessierten interreligiöse Friedhofsführungen anbieten.

Nun soll beraten werden, wie die betroffenen Familien unterstützt und die Gräber besser geschützt werden können. Am 27. Januar werden sich Verantwortliche des Runden Tisches der Religionen in Iserlohn gemeinsam mit dem Integrationsrat dazu treffen.  Die Gemeinden im Kirchenkreis bittet Neuser angesichts dieses furchtbaren Anschlags um ihr Gebet.

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