Pfarrerin für gemeinsames Schulreferat vorgestellt

Superintendentin Martina Espelöer (von links), Pfarrerin Katharina Thimm, Incoronata Sanchez, Superintendent Dr. Christof Grote und Pfarrerin Anja Martin (Foto: Bernhard Laß)

„Von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde, DU Quelle des Lebens, DIR sing ich mein Lied…“. Zuspruch und Stärkung erfahren, sich von Gott in der neu strukturierten Arbeit getragen und begleitet wissen, das wurde am Sonntag, 19. September, in der Ebbergkirche in Hemer der Schulreferentin Pfarrerin Katharina Thimm und der Mitarbeiterin des Schulreferatsbüros, Incoronata Sanchez, mit auf den Weg gegeben. Martina Espelöer, Superintendentin des Kirchenkreises Iserlohn, und Dr. Christof Grote, Superintendent  des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, leiteten den besonderen Gottesdienst.

In dem nun gemeinsamen Schulreferat beider Kirchenkreise hat Schulreferentin Pfarrerin Thimm den Bereich des Kirchenkreises Iserlohn seit dem 1. Juni 2021 als Aufgabenfeld neu hinzubekommen. Somit ist sie für ein großes Gebiet verantwortlich, von Kierspe-Rönsahl bis Balve und von Schwerte bis Attendorn-Lennestadt, wie Superintendent Dr. Grote bei seiner Begrüßung hervorhob. Ein Grund, warum das Sekretariat des Schulreferates durch Incoronata Sanchez verstärkt wurde.

„Die Tonart, den Takt hast Du mir gegeben, von Nähe, die Heil macht -wir können DICH finden, DU Wunder des Lebens …“. Nähe zu Gott war an diesem Morgen in der Ebbergkirche in Hemer zu finden. „In dieser Kirche hat das Schulreferat eine gottesdienstliche Tradition begonnen noch als Pfarrer Hans Hallwaß Schulreferent war, dann auch als Thomas von Pavel Schulreferent war - Gottesdienste für Religionslehrerinnen und -lehrer. Also kommen wir doch heute hierher, um Sie, liebe Pfarrerin Katharina Thimm als neue Schulreferentin auch für den Kirchenkreis Iserlohn zu begrüßen!“ So begründete Superintendentin Martina Espelöer die Wahl der Kirche. Sie betonte dabei: „Auf allen Ebenen unserer Kirche arbeiten wir verstärkt zusammen - auch zwischen den Kirchenkreisen. Das ist aber leicht, da schon eine große Verbundenheit zwischen uns gewachsen ist.“ Die nun auch im gemeinsamen Schulreferat besteht.

Das Hineinnehmen in Gottes Geschichte ist auch der Grund, warum den Kirchenkreisen die Arbeit des Schulreferats am Herzen liegt. Das machte Dr. Grote an der Begebenheit aus der Apostelgeschichte vom Kämmerer aus Äthiopien deutlich: „Verstehst Du was Du liest?“ fragt Philippus den Kämmerer, der auf seiner Heimreise in einer Schriftrolle des Propheten Jesaja liest. „Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet?“ Philippus erklärt es ihm und so erfährt er Aufklärung und findet zum Glauben. Den Inhalt des Glaubens und der Bibel verständlich machen, zum Klingen bringen, ein Gespür für die religiöse Dimension entwickeln, aber auch andere Religionen kennenlernen und dabei Vorurteile abbauen, damit Hass und Anschlagspläne wie in Hagen nicht mehr entstehen, dafür braucht es ein Schulreferat aus dem heraus Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler aber auch Schulleitungen mit Fortbildungsangeboten und Zuwendung, mit Medien, Projektideen und Beistand unterstützt werden, so Dr. Grote.

„Die Höhen, die Tiefen, hast DU mir gegeben. Du hältst uns zusammen trotz Streit und Verletzung, DU Freundin des Lebens. DIR sing ich mein Lied.“ Es war ausgerechnet ein Text aus den Klageliedern des Jeremias, der an diesem Sonntag die Grundlage der Predigt war und zunächst gar nicht so recht zu dem Anlass des Gottesdienstes zu passen schien. Doch zurzeit gibt es viele Klagelieder zu hören, die viel von dem wiederspiegeln was im Alten Testament der Prophet Jeremia an Klagen vor Gott gebracht hat. Da sind die Belastungen, die Angst und das Leid durch die Pandemie und die Bedrohungen durch den Klimawandel, der gegenwärtige Rassismus und die Gewalt. Ihre Erfahrung und ihr Erleiden weisen eine große Nähe zu den Klagen in der Bibel auf, auch wenn die Ursachen sehr verschieden sind. Und dennoch entfaltete Pfarrerin Thimm an dem Text wie das Geschenk des Glaubens und das Vertrauen auf Gott, durch Klage, Hoffnung und Trost in unserem ganz persönlichen Lebenslied die Klangfärbung der Melodie beeinflusst. Weil es einen Grund gibt: „darum hoffe ich noch: Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.“ (Klg. 3, 21 f)

Und eben darin liege auch das Geschenk, die Chance und die Aufgabe des Religionsunterricht, so Schulreferentin Thimm, Schülerinnen und Schüler dabei zu begleiten und die Lust in ihnen zu wecken, sprachfähig aus dem Angebot des Glaubens ihr eigenes Lebenslied zu singen. „… von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen, DU Zukunft des Lebens. Dir sing ich mein Lied.“

Bernhard Laß

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