Konvent der GemeindeSchwestern

Vor der Iserlohner Versöhnungskirche stellten sich die GemeindeSchwestern mit Superintendentin Martina Espelöer zum Gruppenbild auf. Marianne Anschütz, Oberin des Diakonissen-Mutterhauses Witten (vordere Reihe 2. von rechts) brachte die neue Broschüre „Die GemeindeSchwester“ zum Konvent mit.

„Die Arbeit ist auf den Weg gebracht.“ Mit der Hoffnung, dass noch viele GemeindeSchwestern aus dem Diakonissen-Mutterhaus Witten hervorgehen, verband Superintendentin Martina Espelöer jüngst beim Konvent der GemeindeSchwestern des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn ihre Begrüßungsworte. In der Iserlohner Versöhnungskirche kamen die GemeindeSchwestern, die innerhalb der Gemeinden in unterschiedlichen Bereichen arbeiten, zu ihrem halbjährlichen Austausch zusammen.

Marianne Anschütz, Oberin des Diakonissen-Mutterhauses Witten, stellte dabei die neue Broschüre „Die GemeindeSchwester – sehen und tun, was dran ist“ des Diakoniewerks Ruhr Witten vor. Zugrunde liegt der Broschüre eine fundierte Evaluation, die in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe durchgeführt wurde. Das Gleichnis vom Sauerteig zog Martina Espelöer heran, um die Frauen auf den Gedankenaustausch einzustimmen. „Es braucht Zeit, viele Brote zu backen“, erklärte sie. Ähnlich verhalte es sich mit der Arbeit der GemeindeSchwestern. Das Evangelium sei schon in der Welt und von daher werde es wirken.  „Seien Sie mit mir weiterhin der Sauerteig“, ermunterte sie die Frauen.

Wie unterschiedlich die Aufgaben sind, die die Frauen in den Gemeinden wahrnehmen, brachte die Aussprache, bei der die besonderen Arbeitsbedingungen in Zeiten der Pandemie immer wieder Thema waren, ans Licht. GemeindeSchwester Eva Dorothea Neumann (Versöhnungs-Kirchengemeinde) etwa berichtete von coronabedingt eingeschränkten Krankenhausbesuchen. Ihr würden viele Menschen begegnen, die Hilfe suchen und psychische Probleme haben, erklärte sie. Viele Menschen würden sich einsam fühlen. „Die Menschen sind hungrig“, ergänzte GemeindeSchwester Annette Kelsall-Krone von der Erlöser-Kirchengemeinde, die über die Gründung einer Whatsapp-Radio-Gruppe mit frohen Botschaften – geschrieben und gesprochen – berichtete. Das Angebot werde sehr gut angenommen. „Wir haben bereits über 100 Menschen in der Gruppe.“ Die Neugeborenen-Besuche, die zu ihren Aufgaben gehören, habe sie während der Pandemie an der Haustür gemacht, führte GemeindeSchwester Sandra Albert von der evangelischen Kirchengemeinde Menden aus.  Zudem habe sie zwei Eltern-Kind-Gruppen ins Leben gerufen.  Andere erzählten von Geburtstagsbesuchen bei älteren Gemeindemitgliedern, Einkäufen für Senioren, einem Büchercafé, Sterbebegleitung, gemeindepädagogischen Impulsen und vielem, vielem mehr. Überall stand die persönliche Zuwendung im Mittelpunkt vielfältigen, fruchtbaren Wirkens.

Auf die neue Broschüre, die das seit 2010 bestehende GemeindeSchwester-Projekt des Mutterhauses im Diakoniewerk Ruhr Witten vorstellt, ging Oberin Marianne Anschütz ein. Was das Design angehe, habe man eine Verbindung zur Wissenschaft gesucht. Aus der Broschüre gehe hervor, dass es gelungen sei, die alte Tradition der GemeindeSchwester in zeitgemäßer Form zu erneuern und der Name GemeindeSchwester gleichsam ein Türöffner sei. „GemeindeSchwestern verbinden Glauben und fachliche Kompetenz“, hob sie hervor. Sie hätten unterschiedliche berufliche Zugriffe und „machen die Gemeinde präsent.“ Gewünscht würden mehr Tätigkeitsfelder. Dies allerdings setze eine höhere Stundenzahl voraus. „Sie sind Menschen, die Zeit haben und das ist ein hohes Gut. Zeit ist das kostbarste, das wir zurzeit haben“, lobte Martina Espelöer. Es sei erstaunlich, wie die 14 GemeindeSchwestern des Kirchenkreises in der Coronazeit weitergearbeitet hätten.

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