Von Menschen, die sich sehnen

Kai Kamphenkel (von links), Ulrich Vaorin und Silvia Beckmann präsentieren das Programm für die 19. Staffel „Kirchen und Kino“ im Filmpalast Iserlohn.

Die Sehnsucht nach dem Anderen, nach einem „Mehr des Lebens“, das ist das Leitmotiv der 19. Spielzeit von „Kirchen und Kino. Der Filmtipp“.  Acht herausragende Filme werden von Oktober 2021 bis Mai 2022 an 25 Spielorten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gezeigt, darunter auch in Iserlohn und Schwerte.

Sehnsucht – Einen passenderen roten Faden hätte die für die Programmauswahl verantwortliche  Jury in dieser Zeit wohl kaum finden können. Wie so viele andere Kulturveranstaltungen musste auch Kirche und Kino in der Corona-Zeit eine Zwangspause einlegen. Schon die Spielzeit 2019/2020 wurde durch den ersten Lockdown im März vergangenen Jahres unterbrochen, zwei von acht Filmen konnten nicht mehr gezeigt werden. Genau diese beiden Filme waren dann die einzigen, die in der vergangenen Spielzeit liefen. „Uns fehlt also insgesamt eine Spielzeit“, sagt Ulrich Vaorin, Medienreferent des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn und selbst Mitglied der Jury.

Kirchen und Kino ist mehr als nur eine reine Filmreihe. Zu jeder Vorstellung gibt es eine kleine Einführung sowie im Anschluss an den Film die Möglichkeit zum Austausch. Die Gemeinschaft mache das Filmerlebnis zu etwas Besonderem, sagt Ulrich Vaorin. „Wir schaffen Möglichkeiten zur Begegnung“, ergänzt Silvia Beckmann vom Katholischen Bildungswerk Märkisches Sauerland. Passend zum jeweiligen Film habe es in der Vergangenheit oft auch besondere Aktionen gegeben, etwa eine Whiskeyverkostung oder Tapas und Rotwein zu einem spanischen Film, erinnert Beckmann. Normalerweise stehen diese Aktionen schon im Vorfeld fest, wegen der Pandemie setzen die Veranstalter dieses Mal eher auf Spontanität. „Uns wird aber bestimmt etwas einfallen“, sagt Beckmann.

Die meisten Einführungen übernehmen Vaorin und Beckmann abwechselnd, jeweils eine Vorstellung begleiten Pfarrer Tom Damm und Pfarrer Thomas von Pavel. Das Rahmenprogramm soll dem Publikum neue Perspektiven eröffnen, „wir geben eine Anleitung zum genauen Hinsehen“, erklärt Vaorin, unterstreicht aber: „Der Film steht natürlich im Vordergrund.“

Die Staffel beginnt mit dem deutschen Film „Undine“, der den alten Mythos der Wasserfrau modernisiert und ins heutige Berlin versetzt. Es folgen „Yalda“, „Corpus Christi“, „Niemals selten manchmal immer“, „Der Rausch“, „Ich bin dein Mensch“, „Das neue Evangelium“ und zum Abschluss der oscarprämierte „Nomadland“. Letzterer war im Iserlohner Kino aufgrund der Pandemie bisher noch nicht zu sehen, berichtet Theaterleiter Kai Kamphenkel, der sich freut, dass in seinem Kino neben dem normalen Programm auch bewährte Reihen nun wieder anlaufen, „Kirchen und Kino gehört dazu.“

Die Jury, bestehend aus Vertretern der kirchlichen Bildungs- und Medienarbeit sowie der beteiligten Kinos,  wählt das Programm aus den Filmen, die im vergangenen Kinojahr von der evangelischen oder katholischen Filmarbeit in Deutschland und er Schweiz als Film des Monats oder Kinotipp ausgezeichnet wurden. Aus einem Pool aus über 30 Filmen wurden so die genannten acht Filme ausgewählt.

Die Genres, die Herkunft und die  thematisierten gesellschaftlichen Fragestellungen sind sehr unterschiedlich, doch alle Filme erzählen von Menschen, die sich sehnen – nach Heilung, nach Beziehung, nach Nähe und Gemeinschaft.

Alle Vorstellungen finden am ersten Montag des Montags statt, im November wegen des Feiertags am zweiten. Start: 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro. In Absprache mit dem Kino können weitere Veranstaltungen für Gruppen und Schulen vereinbart werden, weitere Informationen unter www.kirchen-und-kino.de.

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