„Kirche im Schaufenster“

"Kirche im Schaufenster“ Reformierte Kirche Fußgängerzone Iserlohn © Bettina Pelters

Unser Bundespräsident mahnt uns: Hinter jeder einzelnen Zahl dieser Pandemie stehe ein Schicksal, stehe ein Mensch, der von uns gegangen sei.
Ereignet sich dies im eigenen Umfeld wird das ganze Ausmaß der Pandemie erst un-faßbar.

Die reinen Zahlen sind zu abstrakt. Den geliebten Menschen nicht besuchen zu dürfen, ihn womöglich nicht auf seinem letzten Weg begleiten zu dürfen - wie gehen wir damit um? Wo ist Platz für unsere Trauer, unsere Erinnerungen und Fragen, ja, auch unserer Wut?

Es ist wichtig für unsere Gesellschaft, der Trauer der zurück bleibenden Angehörigen einen Rahmen zu geben. Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier hat eine Trauerfeier für die Menschen angeregt, die dem Corona-Virus zum Opfer fielen, aber auch derjenigen, die ohne das Virus Opfer wurden, weil auch sie unter den Beschränkungen zu leiden hatten und noch haben.

Das Team der Reformierte Kirche Iserlohn möchte dieses bewegende Ereignis im Rahmen der  Aktion „Kirche im Schaufenster“ zugänglich und „faßbar“ gestalten, möchte jedes einzelnen Opfers in der Stadt Iserlohn gedenken. Iserlohn und wir als Versöhnungs-Kirchengemeinde trauern gemeinsam. Kein Angehöriger soll allein bleiben.

„Kirche im Schaufenster“ wird das Kreuz Christi zeigen, voll bestückt mit Corona-Masken. Das soll andeuten, dass Jesus Christus mit jedem der Opfer mitgelitten hat und immer noch mitleidet. Die nicht brennenden Kerzen am Boden, in etwa der Zahl der in Iserlohn bekannten Todesopfer der Pandemie, bedeuten, dass es um jeden Einzelnen geht.

Zu sehen ist das Ganze durch die inneren Glastüren des Eingangs der Reformierten Kirche, der zur Wermingser Straße (Fußgängerzone) hin geöffnet ist. Sie bilden für uns die „Kirche im Schaufenster“. Das Betreten der Kirche wird leider erst später wieder möglich sein.

Text: Bettina Pelters

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