Fällt uns jetzt die Decke auf den Kopf?

Foto: André Günther

Johanneskirche in Hennen

Die Risse in der Decke ausgestopft mit Papier (Foto: Klaus Brach)

Schon lange plant die Evangelische Kirchengemeinde Hennen die Renovierung der Johanneskirche. Eigentlich ging es ursprünglich um Verschönerungs- und Reinigungsarbeiten an den Wänden und Decken im Innenraum, um die Überarbeitung der Möbel und um eine neue Licht- und Tonanlage.

Doch dann stürzte die Schwanzquaste des Löwen aus dem Deckenputz des Chorraums. "Fällt uns jetzt die Decke auf den Kopf?", fragte sich die Gemeinde und startete umfangreiche Untersuchungen.
Diese betrafen erst die Risse in Wänden und Decken, gingen dann auf den Dachstuhl, die Gründung der Kirche und vieles andere über. So stellte sich heraus, dass vorrangig einiges andere getan werden muss, um die Kirche standhaft zu erhalten.

Und das wird teuer!

1,6 Millionen Euro werden nach Berechnungen des Architekten gebraucht. Dieser Betrag ist zum großen Teil für die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen nötig, um die Kirche zu stabilisieren.
Die eigentlich geplante Innenrenovierung mit Reinigung und Aufarbeitung der Wände, einer neuen und effektiven Beleuchtung, Überarbeitung der Kirchenbänke und möglicherweise einer Umgestaltung des Chorraums schlägt dabei mit dem geringsten Wert zu Buche. Da der Chorraum nicht tief genug gegründet ist, sind Unterfangungsarbeiten nötig, deren Kosten mit 200.000 € beziffert sind. 
Am Dachstuhl müssen durch Fäulnis, Pilz und Holzschädlinge angegriffene Balken erneuert bzw. behandelt sowie Verbindungen der Balken ertüchtigt werden. Für diese Arbeiten ist eine Einrüstung der Kirche sowie das Öffnen der Dachflächen erforderlich (rund 360.000 €). Außerdem sind weitere Sicherungsmaßnahmen (Ertüchtigung von Spannankern und Zugstäben) erforderlich, wozu auch eine Inneneinrüstung der Kirche nötig ist (etwa 90.000 €). Dadurch sollen erneute Rissbildungen verhindert werden. Viele Vorarbeiten wurden bereits gemacht. Dafür hat die Gemeinde bisher gut 70.000 € aufgewendet. 

Natürlich hat die Gemeinde nicht 1,6 Millionen Euro für die Instandhaltung von Gebäuden zurückgelegt. An Spenden aus vielen Jahren befinden sich zur Zeit 118.000 € in der Rücklage für die Renovierung der Johanneskirche. Das eigene Pfarrvermögen (Haushalt der Liegenschaften der Gemeinde) muss mit 300.000 € beliehen werden. Die Gemeinde hofft durch die Beantragung von Fördermitteln und Unterstützungen aus verschiedenen Programmen einen Teil der hohen Kosten finanzieren zu können (rund 600.000 bis 800.000 €).

Die Gemeinde freut sich sehr über Spenden. Selbstverständlich erhalten Spendende eine Spendenbescheinigung.
Spendenkonto: Sparkasse Iserlohn, IBAN DE75 4455 0045 0006 0009 88.

Bei der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Iserlohn ist der Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis für die Arbeiten gestellt. Der Antrag auf Förderung durch das Denkmalschutzprogramm des Bundes wurde ebenfalls eingereicht. Die Entscheidung, ob und in welcher Höhe unser Antrag gefördert wird, trifft der Bund im Sommer.

Daher wird die Renovierung der Kirche in Bauabschnitte aufgeteilt werden müssen. Das Presbyterium hat nun beschlossen, die Arbeiten auf die statisch notwendige Sanierung des Kirchengebäudes und die Innenraumrestaurierung der Wände und Gewölbedecken zu begrenzen. Es hat eine Baukostenobergrenze von 1,1 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt festgelegt. Damit wird der größte Teil der Bausumme für "unsichtbare Sicherungsmaßnahmen", wie Fundamente und Dachstuhlsanierung verbraucht werden.

Es wird also ein großer Kraftakt für die gesamte Gemeinde, um der erhaltenswerten, denkmalgeschützten Kirche Stabilität zu geben.

Aus dem Presbyterium hat sich schon vor längerer Zeit eine Fundraising-Gruppe gebildet, die über das Einholen von Geldern nachdenkt. Auch soll der Förderverein der Johanneskirche reaktiviert werden.

Die Gemeinde dankt den Architekten Arndt Brüning (Büro Architekten Brüning Rein) und Markus Campen (Kreiskirchenamt Sauerland-Hellweg) für die bisherige Begleitung und Unterstützung und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit. Aus dem Presbyterium geht ein besonderer Dank an Helga Brach, die die Maßnahme begleitet.    

von Christine Grans

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