Neue Wege – Digit@le Kirche im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn

Nr. 1: QR-Code des neuen Instagram-Accounts digitale_kirche_iserlohn

Nr. 2: Diakon Philipp Sternemann und Superintendentin Martina Espelöer „im Studio“; Foto: Heike Kiefer

Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn geht neue Wege: mit der Einführung der Digit@len Kirche wird der Weg hin zu neuen, kreativen Formaten konsequent weiterverfolgt, der im Frühjahr durch den coronabedingten Lockdown als Alternative zu den wegfallenden Präsenz-Gottesdiensten begann.  Superintendentin Martina Espelöer erläutert die Entwicklung: „Wir haben uns in den vergangenen Monaten im Grunde zwangsläufig der digitalen Welt mehr geöffnet. Inzwischen frage ich mich: Wie konnten wir so lange warten? Ich erlebe von geradezu allen Seiten eine große Kreativität in der Gestaltung der digitalen Präsenz kirchlicher Arbeit und der Verkündigung. Die Jugendarbeit hatte da ja ohnehin schon die Nase vorn. Aber auch im gottesdienstlichen Leben und in der Kirchenmusik bringen wir gemeinsam fundierte Angebote ins Netz.“

In seiner Sitzung am 24. August 2020 hat der Kreissynodalvorstand (KSV) daher beschlossen, dass die digitale Arbeit im Kirchenkreis Iserlohn fortgesetzt werden und stabilisiert werden soll. „Wir waren uns schnell klar darüber, dass die digitalen Angebote mit oder ohne Corona weitergehen sollen“, erläutert die Superintendentin. „Die Pfarrerinnen und Pfarrer haben diese Idee von Anfang an mitgetragen.“ So gibt es seit dem 1. Oktober eine halbe Stelle für den neuen Arbeitsbereich Digit@le Kirche, die mit Diakon und Gemeindepädagoge Philipp Sternemann besetzt wurde. Neben der Facebook-Seite und dem YouTube-Kanal des Kirchenkreises können Interessierte nun zusätzlich den YouTube-Kanal der Digitalen Kirche Iserlohn nutzen, auf Instagram (digitale_kirche_iserlohn)  folgen, Podcasts und Telefonandachten hören und sich in der bevorstehenden Adventszeit auf regelmäßige Andachten und einen Digitalen Adventskalender freuen. Auch die Kirchengemeinden sollen einbezogen werden, um eine große Vielfalt anbieten und möglichst viele Menschen erreichen zu können. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.kirche-iserlohn.de

Philipp Sternemann ist bereits seit 2016 im Jugendreferat des Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn im Fachbereich „Spiritualität, Verkündigung und Kultur“ tätig: „Jugendliche im Glauben begleiten“, das sei ihm besonders wichtig. wie man mit ihnen ins Gespräch kommen kann, das sind Anliegen, die Philipp Sternemann am Herzen liegen. Jugendarbeit bedeutet für ihn immer auch Partizipation mit den Jugendlichen: „Durch ihre Mitwirkung wird ihr Glaube sichtbar.“

Auf die Frage, wie er sich als Diakon sein umfangreiches Wissen und Kreativitäts-Potenzial im Bereich der digitalen Medien angeeignet habe, schildert er seinen Werdegang: „Nach der Schulzeit stellte sich mir die Frage, was ich beruflich machen möchte: Ich wollte gern im sozialen Bereich arbeiten, hatte aber auch schon immer Interesse an Veranstaltungen, Events und Musik.“ So habe er zunächst eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker gemacht und vor allem im Bereich der Videotechnik gearbeitet. Später entschloss er sich zu einer Studien-Ausbildung zum Diakon: „Das war auch ein Volltreffer!“, erzählt er voller Überzeugung. Seine Begeisterung für diese Entscheidung merkt man ihm heute noch an. Während des Studiums lernte er seine Frau Daniela kennen. Heute leben die beiden mit ihren beinahe drei Jahre alten Zwillingen in Castrop-Rauxel. Nach seinem Studium im Bereich „Gemeindepädagogik-Diakonie“ und „Soziale Arbeit“ an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe wurde Philipp Sternemann 2011 im Martineum als Diakon eingesegnet. Seit 2012 arbeitete er zunächst als Jugendreferent in seiner Heimatgemeinde in Castrop. Eine Prädikantenausbildung hat er ebenfalls absolviert.

Während seiner Tätigkeit im Jugendreferat des Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn hat er bereits einige innovative Angebote und Formate entwickelt, um  Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrer Lebenswelt zu begegnen. Das bedeutet auch, digitale Wege zu gehen: Den Online-Jugendgottesdienst „#durchkreuzt“ zum Beispiel oder die „Digitale  Nachtkirche“ im Rahmen des coronabedingt eingeschränkten Konfi-Camps 2020: „Ich hatte immer schon viel Spaß,  Filme zu erstellen. Die Erfahrung in Bezug auf Veranstaltungstechnik kommt mir heute sehr zugute.“ Er freue sich sehr darauf, die Digit@le Kirche mit zu entwickeln, in all ihrer Vielfältigkeit. Der Kirchenkreis Iserlohn habe da einen großen Sprung gemacht: „Da entdeckt sich Kirche neu.“ Wohl wissend, dass sich Vieles auf dem Weg erst noch ergeben muss. „Digitale Kirche ist ein Versuch, neue Wege zu gehen und zu erreichen. Ob sich Kirche auf diesem Wege ereignet, zeigt sich oft erst im Nachhinein. Wir können Beiträge leisten, aber wie Gott dadurch letztendlich wirkt, müssen wir ihm überlassen.“ Sein Wunsch ist es, Menschen zu erreichen, die die bisherigen gottesdienstlichen und gemeindlichen Angebote nicht wahrnehmen können oder wollen. Zum Beispiel aus beruflichen oder familiären Gründen. Aber auch Kontakt zu Menschen zu halten, die vorübergehend nicht in ihrer Heimatgemeinde präsent sein können, wie Studenten oder junge Menschen, die für eine Ausbildung den Wohnsitz wechseln mussten.

Auch Superintendentin Martina Espelöer sieht die Digit@le Kirche als zusätzliche Möglichkeit und nicht als Ersatz bisheriger Formate: „Sicherlich bieten digitale Angebote keine ausschließliche Alternative zu echten Begegnungen mit echten Menschen. Aber wir haben unsere Handlungsmöglichkeiten erweitert und merken durch die Rückmeldungen einen deutlichen Schub nach vorn.“ Es werde experimentiert und probiert; auch sie lerne täglich neu dazu, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern: „Überraschenderweise sind wir auf diesem Weg auf ein vertrautes Medium gestoßen: Das Telefon. Wir halten Telefonandachten (Tel. 02371 5629986) vor, die gerade auch Personen wahrnehmen, die in der digitalen Welt nicht oder noch nicht zuhause sind.“ Sie selbst vertraue auch in der digitalen Verkündigung auf die Wirkung des Heiligen Geistes und fühle sich gestärkt durch Online-Andachten und Gespräche per Zoom: „Digitale Kirche – eine schöne Überraschung!“

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