Im Zeichen des Friedens und der Partnerschaft

v.l.n.r.: Pfr. M. Ahlhaus, Regionalpfarrer MÖWe, Superintendentin M. Espelöer, Pfr. B. Hölscher, Pfr. Boango mit Familie, Pfrn. S. Vecera, VEM, Pfrn. A. Muhr-Nelson, Leiterin der MÖWe Dortmund; Foto: Struve

Iserlohn-Letmathe. „Man kann sich die Kirchengemeinde Letmathe ohne ihn nur schwer vorstellen“ – wie Superintendentin Martina Espelöer in ihrer Ansprache zutreffend feststellte. Und doch ist es nun so weit: sie verabschiedet in einem festlichen Gottesdienst am Erntedankfest am 04. Oktober 2020 Pfarrer Burckhardt Hölscher in den Ruhestand, gemeinsam mit Freunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Weggefährten und vielen Gemeindegliedern in der vollbesetzten Friedenskirche.

„Hier ist der Ort, an den mich Gott gestellt hat“, so Hölscher in seiner Predigt. Über 35 Jahre hat er in Letmathe und im Kirchenkreis gewirkt und seine Spuren hinterlassen. Herausragend dabei sein Engagement für die weltweite Ökumene, insbesondere die Partnerschaft mit den Kirchenkreisen Boende und Lefoy im Kongo, die er maßgeblich initiierte. Und nicht zu vergessen die Partnerschaft mit Jauer in Polen, ein Zeichen der Versöhnung. In den zahlreichen Grußworten würdigten mit großer Dankbarkeit u.a. Thorsten Schick, stellvertretender Bürgermeister von Iserlohn, Pfarrer Thomas Stawiak aus Jauer und Eliki Bonanga, Präsident der Partnerkirche im Kongo per Video die Verdienste von Burckhardt Hölscher. Ebenso dankte auch Superintendentin Espelöer Pfarrer Hölscher für seinen Dienst in Letmathe und im Kirchenkreis Iserlohn: „Sie haben den Lebensrhythmus, den Pulsschlag der Gemeinde aufgenommen, geteilt und durchdrungen – an jedem Tag“.

Ein ausführliches Portrait zu Pfarrer Hölscher finden Sie hier.

Zeichen des Friedens, Zeichen der Versöhnung zu setzten, - so beschreibt Hölscher in seiner Predigt die Aufgabe von Christenmenschen. Dem Abbau von Mauern und Grenzen und dem Abbau von Vorurteilen ist er verpflichtet, getreu dem biblischen „Heimatwort“ der Friedenskirche: Christus ist unser Friede (Epheser 2,14). Dass er damit einer Familientradition folgt, wird deutlich, als er die Bibel seines Vaters zeigt, in der dieses Wort rot angestrichen ist. „Im Sinne des Friedenswortes zu wirken“ – war und ist sein Leitwort. Und freudig gespannt wartet Burckhardt Hölscher auf die Adventszeit, wenn die Pfadfinder wieder das Friedenslicht aus Bethlehem nach Letmathe tragen.

Auf die Frage nach seinem weiteren zukünftigen Engagement, antwortet Burckhardt Hölscher: „mehr Sport, mehr Theologie treiben, für die Partnerschaftsarbeit tätig sein und – mit einem Augenzwinkern - in der Letmather Runde mitwirken.“

Übrigens, die Kirchengemeinde freut sich, dass die Pfarrstelle wiederbesetzt werden kann. Das Bewerbungsverfahren läuft.

Emmanuel Boango wird als Ökumenischer Mitarbeiter begrüßt

Bereits 2010 bei einem Partnerschaftsbesuch im Kongo sind sie sich begegnet: Pfarrer Hölscher und Pfarrer Boango. Nun geht der eine in den Ruhestand, der andere wird an diesem Tag im Gottesdienst als Ökumenischer Mitarbeiter begrüßt. Hier in Letmathe ist Emmanuel Boango mit seiner Familie mit Unterstützung eines Begleitteams gut angekommen und hat in der Zwischenzeit seine Sprachprüfung abgelegt. Pfarrer Boango ist Mitglied der Ev. Jüngerkirche im Kongo. Er war in seiner Kirche als Superintendent und als Leiter der Abteilung Evangelisation tätig. Pfarrer Boango übernimmt nicht die Nachfolge von Pfarrer Hölscher, sondern wird mit den Mitarbeitenden in der Kirchengemeinde und im Kirchenkreis zusammenarbeiten, um die Ökumene in globaler Perspektive zu fördern.

Im Rahmen des Festgottesdienstes hat Pfarrerin Annette Muhr-Nelson, Leiterin der MÖWe, Pfarrer Boango in den Dienst als Ökumenischer Mitarbeiter in sein Amt eingeführt. In ihrer Ansprache betont sie, dass man voneinander lernen kann und will, was es heißt, Christsein im internationalen Kontext zu leben. „Und wir werden merken, dass wir Schwestern und Brüder sind, vereint in der Nachfolge Christi.“

Und Superintendentin Espelöer erklärt: „Mit Emmanuel Boango gewinnen wir einen Ökumenischen Mitarbeiter, der uns das Evangelium von Jesus Christus auf dem Hintergrund seiner kongolesischen Prägung verkündigen wird. Darauf freuen wir uns. Für mich ist dieser ökumenische Austausch auch ein Schritt der Versöhnung auf dem Weg der Bearbeitung der Kolonialzeit.“

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