Vom Pulverhäuschen zum Friedensort

1 Am Pulverhäuschen: hinten rechts im Bild der "Friedensbaum"; Foto: Laß

2 Der rote Faden auf dem Weg zum Friedensort; Foto: Laß

Iserlohn. Mit einem ökumenischen Friedensgebet mit muslimischer Beteiligung wurde ein Friedensort am 25.09.2020 eingeweiht.

Im Übergang von der Stadtbebauung zum Stadtwald liegt er auf einer kleinen Erhebung an einer Weggabelung. Ein Platz wie ein Sinnbild, um den rechten Weg zum Frieden zu finden. Andersherum gesehen führen nun alle Wege in diesem Teil des Stadtwaldes zum Friedensort.

Als Zeichen seiner Wandlung wurde neben dem Pulverhäuschen im Frühjahr ein „Friedensbaum“ gepflanzt. Es ist eine Wildkirsche, keine Eiche. Ein Baum der noch wachsen will und Pflege braucht, zu dem man gehen muss, um ihn zu gießen. Eben ganz und gar ein Friedensbaum, der, wenn man an ihm arbeitet, Schatten spenden wird, das Klima verbessert und Früchte zur Stärkung hervor bringt.

So alt das Gemäuer des Pulverhäuschens auch aussieht, so stammt es nicht aus alter Stadtbefestigung und wurde nicht zu Kriegszwecken gebaut, sondern es wurde dort vor vielen Jahren das Pulver des Schützenvereins gelagert. Dennoch ein Wandel vom Schießpulver zur Friedenssehnsucht.

Mit dem Wunsch nach einem besonderen Ort für alle in Iserlohn, an dem für den Frieden gedacht, gearbeitet, gebetet, gefeiert werden kann, stand die Ökumenische Basisinitiative für Frieden nicht allein. Dieser Wunsch wird von der Stadt unterstützt und von vielen Menschen getragen. Und sie sind zur Platzeinweihung gekommen. „Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen miteinander umzugehen“, lasen und sangen, wenn auch Corona bedingt mit großem Abstand, friedensbewegte Menschen, darunter auch Vertreter*innen aus Politik, Organisationen der Zivilgesellschaft und Religionen. So konnte Frau Krewett von der Ökumenischen Basisinitiative mit ihrem Team neben dem Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Bürgermeister Thorsten Schick, die Superintendentin Pfrn. Martina Espelöer, die Dekanatsreferentin Gaby Iserloh, Detlev Paul vom Friedensplenum, Ulrich Langmesser von Amnesty, Frau Annegret Simon vom Kulturausschuss und Frau Sema Özcan von der islamischen Gemeinde begrüßen.

Ein roter Faden mit symbolischen Schritten auf dem Weg zum Frieden(sort) war über gut 150 m von der Straße zum Friedensbaum als Wegweiser und Verbindung von den Bürger*innen der Stadt zum Friedensbaum gelegt. Ein roter Faden zog sich auch im Aufgreifen der Eigenschaften dieses Friedensbaums durch die Ansprache, in der Pfr. i.R. Martin Legler die Inschrift einer der Tafeln zum Friedensbaum auslegte: „Der Friedensbaum lädt uns ein: Mit meinen Ästen lasst eure Gebete in den Himmel steigen / Mit meinen Blättern hängt eure Hoffnung in den Wind / Mit mir verwurzelt euren Glauben in der Kraft des Schöpfers!“

Da hinein fügten sich die Worte aus dem Grußwort der Superintendentin Martina Espelöer: „Dem Frieden ist nichts vorzuziehen, an keinem Tag und zu keiner Stunde.“ Daran arbeitet der Ev. Kirchenkreis in Iserlohn u.a. mit dem Runden Tisch der Religionen.

Und von katholischer Seite fügte Gaby Iserloh das Gebet des Franz von Assisi an „Herr mache mich zum Werkzeug deines Friedens …“.

Das ist auch Inhalt des Islams, so Frau Özcan, die anhand von mehreren Suren den Wert und das Verlangen nach Frieden in ihrer Religion aufzeigte.

Ganz praktisch empfahl Thorsten Schick in seinem Grußwort den Friedensort als Ort der Verständigung und des Lernens, wie einen Kraftort, eine Waldschule, für Sprachkurse mit Flüchtlingskindern zu nutzen. Und von ihm aus aktiv in der Stadt für Frieden und die Entschärfung von Konflikten beizutragen.

Text von Berhard Laß (redigiert)

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