Superintendentin nimmt mit den Gemeinden das gottesdienstliche Leben auf

Gemeinde mit Superintendentin Martina Espelöer; Foto: Heike Kiefer

Iserlohn. Die Freude war groß: Am Wochenende zum Sonntag „Rogate“ (übersetzt: „Betet“) durften die Glocken der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde Iserlohn endlich wieder Besucher zum Gottesdienst herbeirufen. Pfarrer Jürgen Löprich führte liturgisch durch den Gottesdienst und bat um Verständnis für die notwendigen Schutzmaßnahmen: „Ich weiß, es fällt schwer, aber ich bitte darum, nicht zu singen.“ Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Aber leises Summen ist erlaubt.“

Superintendentin Martina Espelöer begann ihre Predigt mit Bezug auf den Aufruf „Rogate - Betet: „Mitten ins Herzstück des Glaubens zielt die Aufforderung dieses Sonntags. Im Gebet eröffnen sich uns die ganze Schönheit und die Tiefe des Glaubens. Wir dürfen es tun und wir sollen es  ausdrücklich tun.“ In ihrer Auslegung des Vaterunsers  ging sie auf die Fragen und Schwierigkeiten ein, die die Menschen in den letzten Wochen bewegt haben. „Dein Wille geschehe“:  In Zeiten der Corona-Pandemie scheint dieser Satz zunächst eine besondere Herausforderung zu sein, allerdings auch eine Verheißung: „Wir werden eingeladen zu denken: So wie du willst, Gott, wird es gut sein für mich.“, versichert die Superintendentin und verbreitet mit dieser Zusage Zuversicht in einer von Sorgen geprägten Zeit: „Jede Furcht dürfen wir ablegen. Beten trifft uns also mitten ins Herz.“

Die Presbyterinnen und Presbyter hatten zusammen mit den Küstern Robert Wiedermann und Chris Rau die Bauernkirche perfekt vorbereitet. Da durch die notwendigen Corona-Schutzkonzept-Maßnahmen nur max. 60 Plätze zur Verfügung standen, man aber keine Besucher abweisen wollte, wurden von vornherein zwei Gottesdienste eingeplant: einer am Vorabend zum Sonntag Rogate und einer am Sonntagmorgen selbst. Berechtigterweise, wie sich herausstellte, denn allein der Sonntagsgottesdienst war mit 56 angemeldeten Teilnehmern sozusagen ausgebucht.

Freude am Gottesdienst wurde auch ohne Singen und trotz Mund-Nasen-Schutz verbreitet: Kreiskantor Hanns-Peter Springer sorgte musikalisch dafür, dass den Besuchern das Nicht-Mitsingen-Dürfen nicht ganz so schwerfiel: feinfühlig begleitete er die Psalm-Lesung und die Liturgie und verabschiedete die Besucher mit einem fulminanten „Christ ist erstanden – Halleluja“-Ruf der Orgel. Die Freude und Hoffnung dieses Osterrufs brachte Superintendentin Martina Espelöer noch einmal auf den Punkt: „Seid getrost – ich bin es auch!“ und entließ die Gemeinde mit dem Segen.

Vor der Bauernkirche erwartete das Team des Kirch-Cafès die Gäste statt mit Kaffee mit einem liebevollen Give-Away und Sonnenschein, der zum Verweilen einlud – natürlich unter Einhaltung der nötigen Abstandsregelung. Und das fühlte sich schon wieder (fast) so an wie früher.

 

 Um trotz des Corona-bedingten eingeschränkten Platzangebotes jedem Interessierten die Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch zu bieten, sind vorerst weiterhin zwei Gottesdienste pro Wochenende geplant. Dafür ist eine telefonische Voranmeldung im Küsterbüro notwendig: jeweils freitags von 15 bis 17 Uhr, Tel. 02371 12079. Eine Ausnahme bildet der Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt: hier wird es nur einen Gottesdienst um 10.30 Uhr geben; die Voranmeldung kann am Mittwoch, 20. Mai von 15 bis 17 Uhr erfolgen.

 

 

 

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