„Unseren Ausgang und Eingang segne Gott“
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat ihre erste kleine Überraschung: Die spanische Nationalmannschaft kommt in ihrem ersten Gruppenspiel gegen Kap Verde, das erstmals an einer WM-Endrunde teilnimmt, nicht über ein torloses Remis hinaus. Dabei liefert Mikel Oyarzabal, Stürmer von Real Sociedad San Sebastian, laut verschiedener Medien eine kuriose Statistik: „Als erster Fußballer seit 1966 berührt er in den ersten 30 Minuten eines WM-Spiels nicht ein einziges Mal den Ball.“
Zu diesem Spiel gehört noch eine Geschichte: Mehrmals scheitert der Europameister von 2024 an Torhüter Josimar Dias Vozinha. Der vierzigjährige Keeper wächst über sich hinaus und gibt nach Abpfiff Einblicke in seine Gefühlswelt: „Ich musste nach Abpfiff weinen, weil ich bei meinen Großeltern aufgewachsen bin. Leider konnten sie nicht dabei sein, weil sie vor einigen Jahren verstorben sind.“
Diese Nachricht bewegt mich – und auch ich muss an meine Großeltern denken, die beiden sind schon einige Jahre tot. Während meine Oma immer liebevoll mit mir geschimpft hat, wenn ich zu viel Fußball im Kopf hatte, ist mein Opa gerne mit mir gemeinsam ins Stadion gegangen. Oft haben wir über Fußball gesprochen – noch heute erinnere ich mich genau, als er uns von der WM 1954 erzählt. Damals haben sie das Finale gegen Ungarn in einem großen Saal im Nachbarsdorf geschaut, hinten in der Ecke stand ein kleiner schwarz-weiß Fernseher …
Als kleiner Junge habe ich Oma und Opa oft auf ihrem Bauernhof besucht, nun war ich vor einigen Wochen noch einmal dort. Gerne gehe ich dann auch auf den Friedhof. In meinem Glauben an den auferstandenen Jesus, vertraue ich darauf, dass der Tod bei Gott nicht das letzte Wort hat. Gott steht als unser Schöpfer am Anfang unseres Lebens, und er begleitet uns bis an sein Ende – und darüber hinaus. Ich mag die Worte auf dem Grabstein meiner Großeltern: „Unseren Ausgang und Eingang segne Gott.“ Ich bete:
Guter Gott,
tröste alle, die um einen geliebten Menschen trauern.
Schenke gute und schöne Erinnerungen
– und eine Perspektive, die über das Sterben hinausgeht.
Ich hoffe auf ein Wiedersehen in deiner Ewigkeit.
Amen.
Begleitend zur Fußball-Weltmeisterschaft der Männer veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Reihe von Gedanken und Glaubensimpulsen. Die Idee und die meisten Texte stammen von Gemeindepädagoge Sven Körber. Das WM-Tagebuch können Sie auch unter https://www.instagram.com/evangelisch.in.balve verfolgen.







