„Schiri, ist das das Finale?“
Am 13. Juli findet bei dieser WM kein Fußballspiel statt. Das erste Halbfinale startet erst morgen Abend. Die sportlichen Nachrichten rund um das Turnier werden weniger, unsere Nationalmannschaft ist schon seit zwei Wochen nicht mehr dabei.
Der „Kicker“ berichtet heute von der Idee, dass die nächste WM in vier Jahren noch größer werden könnte … eine erneute Erweiterung des WM-Teilnehmerfeldes von aktuell 48 auf dann 64 Nationen schließt FIFA-Boss Gianni Infantino jedenfalls nicht aus. Ich bin skeptisch.
Dafür freue ich mich über eine andere Nachricht. Das Internet erinnert mich an den 13. Juli 2014: Auf den Tag genau vor 12 Jahren wird Deutschland in Rio de Janeiro das letzte Mal Fußballweltmeister. Damals steht überraschend auch der erst 23-jährige Christoph Kramer in der Startelf, die Saison davor hat er bei „meinem“ Verein Borussia Mönchengladbach für Furore gesorgt. In der 17. Minute des Spiels kracht Kramer dann bei einem heftigen Zusammenprall mit der Schulter eines argentinischen Verteidigers zusammen. Obwohl er sichtlich benommen ist, spielt er zunächst rund eine Viertelstunde weiter, da die medizinische Abteilung die Schwere der Kopfverletzung nicht sofort erkennt. Bizarr: Kramer ging damals zum Unparteiischen und fragt ihn ernsthaft: „Schiri, ist das das Finale?“ In der 31. Minute wird Kramer schließlich ausgewechselt, für ihn kommt André Schürrle, der dann später im Spiel den Siegtreffer von Mario Götze vorbereitet – der Rest ist Geschichte!
Heute Abend zieh ich nochmal das Trikot von damals an – es spannt schon arg doll. Egal, ich stoße an auf einen denkwürdigen Abend im Maracana. Morgen geht der Alltag weiter. In den nächsten Tagen steht noch einiges an: Presbyteriumssitzung in der Gemeinde, Regionaltreffen mit Kollegen und ehrenamtlich Leitenden, Redaktion des Gemeindebriefes, Schulgottesdienste zum Abschluss der Grundschulzeit, ChurchNight in der Nachbargemeinde für Jugendliche, Schützenfest in Balve und in einer Woche startet unsere Sommerfreizeit nach Schweden … Ich bete:
Guter Gott,
danke für Pausen,
danke für schöne Erinnerungen.
Danke, dass du mitgehst bei allen Aufgaben, die anstehen.
Amen.
Begleitend zur Fußball-Weltmeisterschaft der Männer veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Reihe von Gedanken und Glaubensimpulsen. Die Idee und die meisten Texte stammen von Gemeindepädagoge Sven Körber. Das WM-Tagebuch können Sie auch unter https://www.instagram.com/evangelisch.in.balve verfolgen.







