„Ehrlichkeit, Gradlinigkeit und verständnisvoll“
Die „FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026“ kommt zu ihrem Ziel, noch zwei Partien sind zu spielen. Das Turnier begleite ich mit einem kleinen Tagebuch. Was hat mich in den letzten Wochen am meisten bewegt? Viele Geschichten, vor allem aber die von Berti Vogts aus der ARD-Doku „WM 1994 – Elf Helden, ein Albtraum“. Diese lief nebenbei abends bei uns am Fernseher.
Als Nachfolger des legendären Franz Beckenbauer stand „der Terrier“ damals unter enormen Erfolgsdruck und tat sich schwer im Umgang mit den Medien. Er verzichtet darauf, eng mit der Bild-Zeitung zusammenzuarbeiten. Mario Basler erinnert sich: „Berti war der Buhmann der Nation, es war brutal … Berti musste unheimlich viel einstecken.“ Ich denke auch an das unsägliche Lied von Stefan Raab: „Böorti, Böorti Vogts“ Trotzdem ist Vogts ein Mann mit Grundsätzen: „Ehrlichkeit, Gradlinigkeit und verständnisvoll“
Der Rekordspieler von Borussia Mönchengladbach, geboren 1946, erinnert sich: „Fußball wurde vor dem Haus meiner Eltern gespielt, mein Vater war Schuster, sagen wir am Niederrhein, also Schuhmacher und hat mir meine ersten Fußballschuhe gemacht … Meine Eltern sind relativ früh gestorben, da war ich zwölf Jahre alt, innerhalb von einem halben Jahr habe ich beide Elternteile verloren … Leider sagte der Pfarrer, wo mein Vater beerdigt worden ist, dass ich Schuld hätte, das mein Vater gestorben ist, weil ich ein böser Junge wäre … und das habe ich dem Pfarrer bis heute noch nicht verziehen.“
Ich muss schlucken … und will mehr wissen, recherchiere und finde bei Wikipedia folgenden Hinweis: „Vogts lebt in Kleinenbroich, einem Ortsteil von Korschenbroich am Niederrhein. Zeitweise war er Mitglied des Kirchenvorstands seiner Heimatgemeinde St. Dionysius.“ Wie kann sich jemand, der solch eine negative Erfahrung mit „Kirche“ gemacht hat, Jahrzehnte später trotzdem aktiv in dieser „Kirche“ engagieren? Ich staune und möchte sagen: Gott ist geheimnisvoll am Werk. Das macht mir Mut! Ich bete:
Großer Gott,
du weißt, welche Erfahrungen wir mit „Kirche“ gemacht haben.
Du lässt uns nicht los – wirkst geheimnisvoll,
an uns – und an deiner Kirche.
Amen.
Begleitend zur Fußball-Weltmeisterschaft der Männer veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Reihe von Gedanken und Glaubensimpulsen. Die Idee und die meisten Texte stammen von Gemeindepädagoge Sven Körber. Das WM-Tagebuch können Sie auch unter https://www.instagram.com/evangelisch.in.balve verfolgen.







