„Das war schon krass!“

Spanien steht als erster Finalist dieser Weltmeisterschaft fest. In den Sportnachrichten heißt es anschließend: „Offensiv eiskalt, defensiv grandios: Spanien schickt Frankreich ins Tal der Tränen“

Das Spiel verfolge ich am Rande über den „Ticker“ am Smartphone. Wir treffen uns parallel mit unserem Presbyterium, dem Leitungsgremium unserer Kirchengemeinde zur monatlichen Sitzung. Dabei reden wir über all das, was gerade ansteht … am Ende kommen wir auch noch einmal auf die verheerende Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren zu sprechen. Das Ereignis hat das Balver Stadtgebiet und die umliegenden Dörfer schwer getroffen. Am 14. Juli 2021 fielen in Balve innerhalb kürzester Zeit 137,4 Liter Regen pro Quadratmeter – weit mehr als sonst in einem gesamten Monat. Die Hönne und kleinere Bäche traten rasant über die Ufer. Wegen der akuten Gefahrenlage musste am Abend des 14. Juli die Balver Innenstadt teilweise evakuiert werden.

Doreen und ich hören gespannt zu, damals hatten wir noch keinen Kontakt zu Balve. Die anderen zeigen uns über ihre Handys Bilder und Videos, alle können persönliche Geschichten erzählen: „In unserer Straße steht am späten Nachmittag nur noch mein Auto, schon umspült von dem Wasser … die Feuerwehr frage ich, ob ich das Auto noch irgendwie hier weg bekomme. ‚Versuchen Sie es!‘ … und dann bin ich nochmal in das Haus hineingegangen und habe mir einen Rucksack gepackt mit Zahnbürste und Schlafsachen und dem Wichtigsten, was man halt so braucht … und dann habe ich das Auto an einen sicheren Ort gefahren, mit klopfendem Herzen. Das Haus war tatsächlich drei Tage gar nicht bewohnbar, da habe ich dann Unterschlupf bei meiner Tochter gefunden. Das war schon krass! Heftig! Anschließend habe ich nochmal ein dreiviertel Jahr auf einer Baustelle gewohnt, weil das halbe Haus saniert werden musste.“

Das bewegt uns. Dabei denken wir auch an die anderen betroffenen Regionen in unserem Land, wie zum Beispiel dem Ahrtal. Wir beten:

Großer Gott,
wir denken an die Hochwasserkatastrophe 2021.
Die Not der Menschen,
die Zerstörung,
die Folgen, die auch heute noch hier und dort zu spüren sind.
Danke, für alle, die damals geholfen haben.
Amen.

Begleitend zur Fußball-Weltmeisterschaft der Männer veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Reihe von Gedanken und Glaubensimpulsen. Die Idee und die meisten Texte stammen von Gemeindepädagoge Sven Körber. Das WM-Tagebuch können Sie auch unter https://www.instagram.com/evangelisch.in.balve                  verfolgen.

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