Abschied von einem Mit-Gestalter der Ökumene

Superintendentin Pfrn. Martina Espelöer auf Abstand beim Grußwort an Dechant Pfr. Johannes Hammer (Fotos: Bernhard Laß)

Foto der Karikatur

Auf Abstand beim Abschiednehmen aber zum Glück mit Nähe und viel Gemeinsamkeit in der jahrelang gelungenen Zusammenarbeit in der Ökumene vor Ort.

So kann man vielleicht ein erstes Fazit aus dem Grußwort der Superintendentin Pfrn. Martina Espelöer ziehen, dass sie am Sonntag, beim Abschied von Dechant Johannes Hammer, im Anschluss an den besonders gestalteten Abendlob, in der Pfarrkirche St. Aloysius in Iserlohn gehalten hat.

Nach dreizehnjähriger Tätigkeit im Pastoralverbund Iserlohn und nach fünfjähriger Amtszeit als Dechant des Dekanats Märkisches Sauerland hat Pfarrer Johannes Hammer in diesem Frühjahr eine neue Aufgabe in der Kreisstadt Olpe im Südsauerland übernommen. Auch dort wird es seine Aufgabe sein, die in den vergangenen Jahren tiefgreifenden strukturellen Veränderungen als Leiter des Pastoralverbundes erneut umzusetzen und diese zu managen. Doch dabei soll die Arbeit als Seelsorger, dicht bei den Menschen zu sein, nicht zu kurz kommen. Besonders deshalb war Pfarrer Johannes Hammer in seinem  Pastoralverbund beliebt. Auf evangelischer Seite kommt noch hinzu, dass er ein Befürworter und Mitgestalter der heimischen Ökumene war. Nun ist für die Geschicke des Dekanats Märkisches Sauerland seit März Pfarrer Andreas Schulte aus Balve in Vertretung des Dechanten verantwortlich.

Viele wäre sicherlich gerne zum Abschied gekommen. Doch die Pandemieverordnung ließ nur eine ausgewählte Anzahl an Gästen unter strengen Hygieneauflagen in der Kirche zu, während alle anderen den Gottesdienst und die Verabschiedung als Livestream im Internet verfolgen konnten.

Die Einladung, ein Grußwort und das mit der Bitte „im Namen der Ökumene“ zu sprechen, hat die Superintendentin mit Dankbarkeit angenommen, auch wenn ‚die Ökumene‘ kein offizielles Gremium ist. Doch hier vor Ort im Kirchenkreis und dem Dekanat ist sie nach den Worten der Superintendentin die Erfahrung einer gelebten gemeinsamen Arbeit über viele Jahre, der „eine Haltung, die uns verbunden und manches Ökumenische möglich gemacht hat“, zugrunde liegt. Das unterstrichen auch die weiteren Worte in der Grußbotschaft:

„Dekanat und Kirchenkreis haben versucht, dieser Haltung eine Gestalt zu geben:

Regelmäßige Ökumenegespräche im Dekanat in Hemer, mehrfach im Jahr.

Wege suchen für den Runden Tisch der Religionen. Gemeinsame öffentliche Worte, wo es ging. Sogar eine Dialogpredigt zur Eröffnung des Jubiläumsjahres 500 Jahre Reformation. Unser Konzept: Jeder sagt auch, was ihm an der jeweils anderen Konfession Mühe macht ….“.

Zu ihrem Abschiedsgeschenk gehörte auch eine Grußkarte mit einer Karikatur, die einen Ausblick und eine Hoffnung auf mehr Gemeinsamkeit und Einheit der Kirchen enthält, als der diesjährige Ökumenische Kirchentag aufblitzen lässt. Aus einer Trennung etwas neu gestalten, das am Ende sogar zu einer vielleicht gemeinsam bestiegenen Himmelsleiter wird. Eine Karikatur, die die abschließenden Worte der Superintendentin in ein Bild umsetzt:

„Mehr für möglich halten als vor Augen liegt;
Mehr glauben als das Herz fassen kann
Mehr vertrauen in Christus als in sich selber.
Wenn wir der einst Brot und Kelch am Tisch des Herrn miteinander teilen werden, kann es sein, dass ich nichts zu mir nehmen kann, da ich vermutlich weinen werde vor Glück.“

Eine Zukunftsvision, die auch den Nachfolger einlädt, weiter eine lebendige Ökumene vor Ort zu gestalten.

von Bernhard Laß

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