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Ein digitales Schaufenster für die Kirchenkreise

Superintendent Dr. Christof Grote (von links), Superintendentin Martina Espelöer, Maren Günther, Mareike Mengel und Pfarrer Holger Gießelmann

„Nachwuchswerbung während Corona ist ganz schön blöd“, stellte Pfarrer Holger Gießelmann fest. Umso schöner seien für ihn die Termine wie der Besuch im Kirchenkreis Iserlohn am Donnerstag, 12. Mai. Noch vor wenigen Monaten hatte er sich und seine Arbeit im Pfarrkonvent digital vorgestellt, nun konnte er gemeinsam mit zwei Studentinnen der Theologie persönlich ins Haus des Kirchenkreises kommen, um mit Superintendentin Martina Espelöer und Superintendent Dr. Christof Grote aus dem Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg über das Projekt „Mach Kirche“ zu sprechen.

„Nachwuchsgewinnung für kirchliche Berufe“ ─ für diese Aufgabe ist Gießelmann bei der Evangelischen Kirche von Westfalen zuständig. „Andere Landeskirchen waren dabei etwas schneller“, gab er zu, dafür befinde sich das Projekt aktuell weiter im Aufbau, während es andernorts bereits wieder eingestellt werde. Konkret arbeitet Gießelmann an der Homepage www.machkirche.de, die umfassend über kirchliche Berufe in Westfalen informieren soll. Über das Pfarramt, aber auch über pädagogische Berufe, Kirchenmusik und Diakonie. Den Kirchenkreisen stellt die Seite ein „digitales Schaufenster“ zur Verfügung, das sie nur noch bestücken müssen.

So können sich Studierende vor dem Vikariat über besondere Projekte in den Kirchenkreisen, das Glaubensprofil der Gemeinden oder auch die lokalen Gegebenheiten abseits der Kirche schlau machen. Studierende wie Maren Günther und Mareike Mengel, die mit Gießelmann auf einem Roadtrip durch ganz Westfalen sind. Mit Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg haben sie nun bereits 19 Kirchenkreise besucht. Superintendentin Martina Espelöer empfing die Gruppe mit einem Reisesegen, dem Monatsspruch für den Mai: Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht (3. Joh. 2).

„Es gibt momentan eine gefühlte Unzufriedenheit beim Berufseinstieg in das Pfarramt“, berichtete Gießelmann. Ein weiteres Problem sei außerdem die Verteilungsgerechtigkeit des Nachwuchses innerhalb der Landeskirche. „Ganz viel ist Hörensagen“, spielte er auf die Vorurteile gegenüber manchen Regionen an. „Es ist toll, dass die Landeskirche so vielfältig ist“, ergänzte Mareike Mengel. Vor dem Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt wünschten sich die angehenden Vikarinnen und Vikare jedoch niederschwellige Angebote, um etwas mehr über ihren neuen Wohnort zu erfahren. „Das kann nur hilfreich sein“, lobte Dr. Christof Grote die Idee. „Es ist selbstverständlich für uns, sich daran zu beteiligen“, ergänzte Martina Espelöer.

Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, stellten Grote und Espelöer anschließend verschiedene Projekte aus dem Gestaltungsraum vor. Etwa die Ausstellung „Steinreich“ aus Dahle, mit der Pfarrer Uwe Krause Theologie mit künstlerischer Gestaltung verbindet. Oder das Begegnungszentrum „lebensfroh. Kirche im Laden“ aus Attendorn, bei der eine kleine Gemeinde in einem Ladenlokal die vielfältigen Angebote der Kirchengemeinde, des Diakonischen Werkes und des Kirchenkreises bündelt. „Wenn man genau guckt, entdeckt man lauter kleine Schätze“, erklärte Christof Grote. „Leitung heißt für uns auch immer zu schauen, was es vor Ort gibt, das wird fördern können“, so Martina Espelöer.

Gießelmann und die Studentinnen bedankten sich für die Einblicke in die Arbeit im Gestaltungsraum. „Es geht immer darum, sich miteinander zu entwickeln“, betonte Christof Grote und ermutigte die angehenden Theologinnen, sich auch an bisher unbekannte Orte zu wagen. „Wir brauchen sie“, gab Martina Espelöer ihnen zum Abschluss mit auf den Weg.

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