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Gelungenes Willkommensfest für Geflüchtete aus der Ukraine

Pfarrerin Grans und ihr katholischer Amtskollege Frank Niemeier sprachen sich für den Frieden aus.

Superintendentin Martina Espelöer besuchte die Veranstaltung und bedankte sich bei den Gemeinden des Kirchenkreises für die Unterstützung der Geflüchteten.

Bürgermeister Michael Joithe bedankte sich für die Hilfe der Iserlohner*innen, zahlreiche Besucherinnen und Besucher demonstrierten mit Plakaten für den Frieden (Fotos: Silvia Rinke)

„Ich bewundere die Menschen in der Ukraine, die sich mit all ihren Kräften wehren und sich nichts gefallen lassen. Auch, wenn ihr Leben in Gefahr ist, wenn Panzer rollen, wenn Blut fließt.“ Pfarrerin Christine Grans bezog beim Willkommensfest für Geflüchtete aus der Ukraine am Samstag, 30. April, rund ums Parktheater Iserlohn mit klaren Worten Position: „Wir dürfen das nicht hinnehmen!“

Es war ein Fest in Blau und Gelb, ein warmherziges Willkommen für die vielen Hundert aus der Ukraine Geflüchteten, die seit dem Kriegsausbruch am 24. Februar Obhut in Stadt und Kirchenkreis Iserlohn gefunden haben. Beratungs- und Informationsangebote, kulinarische Leckereien, kulturelle Darbietungen und ein buntes Kinderprogramm waren von der Stadt unter Teilnahme vielfältiger Akteure vorbereitet worden, darunter auch die Kirchen.

Beim ökumenischen Gebet näherten sich die evangelische Pfarrerin Grans und ihr katholischer Amtskollege Frank Niemeier der Frage an, was „wir hier“ im sicheren Deutschland angesichts der Kriegsgräuel mitten in Europa überhaupt „tun können“. „Der Wille zum Frieden“, sagte Pfarrerin Grans, „eint uns.“ Er eint aber eben nur die „eine Seite“. Die andere Seite will keinen Frieden, sondern sie will Krieg. Wie lange noch? Das ist nicht absehbar. Was können wir, die wir Frieden wollen, also tun, wenn die Waffen eben nicht schweigen, statt dessen seit dem 24. Februar täglich neues unbeschreibliches Leid über unschuldige Menschen bringen?

Seit dem Einmarsch der russischen Streitkräfte ins Nachbarland haben Millionen Menschen buchstäblich über Nacht ihre Heimat verlassen, sind, nur das Nötigste zusammengerafft, vor Tod und Terror geflohen. Ließen alles zurück, was ihnen lieb und teuer war. Viele ließen Angehörige, Freunde, Nachbarn für immer zurück, in Putins mörderischem Angriffskrieg. Rund 700 geflüchtete Menschen, meist Frauen und Kinder, sind mittlerweile in Iserlohn untergekommen und "angekommen". Sie fanden Schutz und Sicherheit in kommunalen, privaten wie auch von der Kirche organisierten Unterkünften.

Superintendentin Martina Espelöer, die dem Willkommensfest und dem ökumenischen Friedensgebet als Besucherin beiwohnte, zeigte sich froh und dankbar über die schnelle, effektive und unbürokratische Hilfe, die in den Kirchengemeinden vor Ort für die Geflüchteten organisiert wurde und wird. „Es ist wunderbar zu sehen, wie in unseren Gemeinden auf selbstverständliche Weise Christentum gelebt wird. Bei aller Furchtbarkeit dieses Krieges macht mich diese Bereitschaft, ohne Wenn und Aber zu helfen, sehr dankbar. Diese Mitmenschlichkeit gibt Hoffnung. Ich danke den Gemeinden auf das Herzlichste.“

Nahezu anknüpfend an diesen Gedanken der Superintendentin stellte Pfarrerin Christine Grans auf der Bühne die Frage: „Der Wille zum Frieden - was können wir tun? Wir, in Iserlohn und überall auf der Welt?“ Sie gab die Antwort denkbar schlicht:  „Wir tun, was wir können. - Heute mit diesem Fest und mit anderen Dingen." Sie betonte sehr ernst:  „Wir verurteilen den Krieg gegen die Ukraine auf das Allerschärfste. Und wir versuchen, da zu sein. Vertrauen – hoffen – lieben – und handeln.“ Und die Frage, wo Gott bei alldem Schlimmen und Furchtbaren bleibt, beantwortete die Pfarrerin mit einem Wort aus der Offenbarung des Johannes: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein."

"Ich bin sicher“, schloss Christine Grans, „Gott wohnt schon unter uns. Ich bin sicher, dass er uns hilft.“

Von Silvia Rinke

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