35 Kinder führten in der Obersten Stadtkirche ein mitreißendes Musical auf

Wenn Bienen streiken

Mitreißendes Musical in der Obersten Stadtkirche

Was, wenn das ökologische Gleichgewicht in Schieflage gerät? Am internationalen Tag des Baumes lud die Kinderkantorei Iserlohn zum Musical in die Oberste Stadtkirche ein: „Zoff auf der Wiese“ – so der Titel des knapp einstündigen Stückes.

Die kleinen und großen Besucher im Alter zwischen 3 und 85 Jahren staunten, wieviel man in dieser Zeit von den großen Zusammenhängen begreifen kann; denn soviel wurde klar: die Natur braucht nicht uns, aber wir sie!

Bauer Kunkel, der mit seiner Familie – sicherlich bisweilen vom Schneckenfraß gereizt – insgesamt aber zufrieden, gemütlich und glücklich seinen Hof bewirtschaftet, wird von Chemie-Vertretern besucht, die ihm größeren Wohlstand und Schädlingsfreiheit durch „Verbesserungen“ versprechen. Probeweise versprühen sie schon mal im Kleinen das „Optimierungsspray“ Mordio Natura. In der Folge erkranken die Bienen, ihnen wird es schwindlig und schlecht. In Solidarität mit den Käfern, Schnecken und Fröschen halten sie Kriegsrat und beschließen, die Bestäubung der Bäume zu bestreiken.

Was bleibt Bauer Kunkel anderes übrig als nun selbst mühsam die Bestäubung vorzunehmen? Zum Glück klärt die verständige Tochter den Bauern auf: Bevor es zum Vertrag und zum palettenweisen Ankauf des Giftmittels kommt, jagt Bauer Kunkel den Chemiekonzern vom Hof.

All dies passiert in frech-fröhlichen Chornummern, in spritzigen Dialogen und Sololiedern, im Ausdruckstanz der Insekten und gipfelt in der großen empörten Tier-Demo!

Das war Dramaturgie vom Feinsten. Der finale Schlusschor bringt natürlich die ersehnte Versöhnung zwischen Bauernhof und Tierwelt.

Die beiden Kinderchorgruppen MINIs und MAXIs unter der Leitung von KMD Ute Springer wurden von einer vierköpfigen Band (Klarinette/Saxophon, Klavier, Perkussion, E-Bass) begleitet. Die 15-jährige Viebke Zwara, selbst Mitglied der Jugendkantorei, hatte die Tanzpassagen choreographiert und eingeübt. Ein wahrer Glücksfall ist der Einsatz von Rahel Schöttler, die als Theaterpädagogin aus der Gemeinde heraus kreative Ideen in die Regie einbrachte und das Stück nochmal lebendiger werden ließ. Doch auch ohne das Engagement der Eltern läuft nichts: sie betreuen Lichtführung, Kulissenarbeiten, Kostümierung, Dekoration, Schminke und Maske und sind stets als Ansprechpartner bereit. Die Kirche war in ein wundervolles Blütenmeer getaucht worden.

Frenetische Begeisterung brach nach dem letzten Ton aus und ließ das Kirchenschiff erbeben. Verdientermaßen, denn die 35 Kinder waren gestalterisch über sich hinausgewachsen und hatten die Zuhörenden reich beschenkt. Ihr ausdrucksstarkes Spiel hat manche spätere Diskussion um unser Umweltverhalten ausgelöst. Zusätzlich wurde das Musical in zwei separaten Schulaufführungen über 400 Schüler:innen präsentiert.

Die Versöhnungs-Kirchengemeinde Iserlohn peilt zusammen mit den Nachbargemeinden das Zertifikat „Baumfreundliche Kirchengemeinden“ an. Pädagogische und praktische Aktionen rund um den „Baum“ arbeiten auf mehr Baum-Achtsamkeit hin. So bot das landeskirchliche Oikos-Institut rund um die Veranstaltung einen Infostand an und lud ein, den eigenen CO2-Abdruck zu ermessen.

Die Kinder- und Jugendkantorei bietet fast 90 Jugendlichen eine geistlich-musikalische Heimat. Weitere Eindrücke der Arbeit gibt es bei Instagram .

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