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Pfarrer Oliver Günther wird neuer Superintendent

Evangelische Kreissynode konstituiert sich neu und wählt neuen Vorsitz

Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn hat ein neuen Superintendent. Die Synode wählte am Samstag (27. April) Pfarrer Oliver Günther in das Amt und tritt damit die Nachfolge von Superintendentin Martina Espelöer an, die das Amt Ende Juni zur Verfügung stellt.

Die Synode selbst hat am Wahltag die ihr zustehende Möglichkeit genutzt einen weiteren Kandidaten aufzustellen. Der Kandidat der Kreissynode war Pfarrer Tom Mindemann aus der Evangelischen Johanneskirchengemeinde. Pfarrer Günther konnte sich im vierten Wahlgang mit 50 Stimmen durchsetzen.
Martina Espelöer freut sich, dass es nach ihrer Amtsabgabe weiter geht. „Die kommende Zeit wird nun intensiv genutzt, um mit Herrn Günther eine Übergabe zu gestalten. Er hat bereits eine Einladung für den Kreissynodalvorstand erhalten“.

„Ich kann es noch nicht ganz glauben“, so der zukünftige Superintendent des Iserlohner Kirchenkreises Oliver Günther. „Ich habe Respekt vor diesem Amt und nach dieser Wahl habe ich noch viel mehr und ich freue mich auf die Aufgaben“, fügte er an.
Pfarrer Oliver Günther tritt die neue Aufgabe zum 1. Juli an. Die Einführung sowie Verabschiedung der bisherigen Amtsinhaberin findet am 28. Juni in der Obersten Stadtkirche in Iserlohn statt.

Die Wahl des neuen Superintendenten war aber nicht die einzige Aufgabe der rund 100 Mitglieder des Kirchenparlaments aus den 23 Kirchengemeinden, das in einer Doppeltagung am Freitagnachmittag und Samstagvormittag zusammenkam.
Die Synode begann mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Iserlohner Bauernkirche. Die Tagung fand anschließend im Varnhagenhaus statt. Der zuständige Ortsdezernent und juristischer Oberkirchenrat Dr. Hans-Tjabert Conring verfolgte die Synode seitens der Landeskirche.
“Für heute flößte mir dieses Pult doch ein wenig Respekt ein. Letzter Bericht im Amt, letzte Worte. Huiihh.”, sagte Superintendentin Martina Espelöer zu Beginn ihres Jahresberichtes.

Die Superintendentin reflektierte in ihrem Bericht die umfassende Transformation der Kirche im Kirchenkreis Iserlohn. Sie betont die Wichtigkeit offener Kommunikation in allen Prozessen des Wandels. Dabei werden sowohl die Herausforderungen als auch die Erfolge bei der Umsetzung neuer Strukturen wie Interprofessionelle Pastoralteams (IPT) und dem Umgang mit dem Kirchengemeindeleitungserprobungsgesetz beleuchtet. Zudem wurde die Bedeutung von Prävention gegen sexualisierte Gewalt hervorgehoben. Sie berichtet von Vorfällen im Kirchenkreis Iserlohn, die die konsequente Aufklärung brauchten. Soetwas muss mit allen Kräften verhindert werden. „Ich bitte diese Kinder und Familien demütig um Entschuldigung“, so Martina Espelöer.
Die Diakonie Mark-Ruhr wurde für ihre diakonische Arbeit gewürdigt. Die Superintendentin rief abschließend dazu auf, die Werte der Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit als unerlässliche Teile des Glaubens zu leben. Sie schloss ihren letzten Synodenbericht mit einem Zitat aus Jesaja 58: „Brich dem Hungrigen dein Brot und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen… Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“
Die Synode erhob sich und dankte der Superintendentin mit langanhaltendem Applaus.

Durch die Presbyteriumswahlen im Februar dieses Jahres werden sämtliche Synodalen Ausschüsse und die Abgeordneten der Landessynode neu gewählt. Einige Wechsel innerhalb der Gemeinden führten auch zu neuen Gesichtern im Kreissynodalvorstand (KSV), die Geschäfte des Kirchenkreises zwischen den Synodentagungen leitet. Neu in den KSV gewählt wurden Dr. Richard Bräucker von der Kirchengemeinde Westhofen und Bettina Materne von der Maria-Magdalena-Kirchengemeinde Iserlohn; sie folgen auf Angela Schulte (Altena) und Dagmar Speckmann (Hohenlimburg), die nicht erneut kandidierten. Bettina Pelters von der Erlöserkirchengemeinde Iserlohn wurde als Stellvertreterin in den KSV gewählt.

Finanzbericht und Organisationsstruktur des Kreiskirchenamtes im Fokus
Der Bericht der kreiskirchlichen Verwaltung Sauerland-Hellweg gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Jahresabschlüsse sowie die Finanzentwicklung des vergangenen Jahres. Die Finanzprognose für das Jahr 2024 zeigt eine geplante Reduzierung der Kirchensteuereinnahmen um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Digitalisierung verschiedener Bereiche wie Friedhof, Bau/Liegenschaften, Personal und Finanzen ist Teil der aktuellen Entwicklungen. Trotz dieser Herausforderungen wird kontinuierlich darüber nachgedacht, wie die Organisation des Kreiskirchenamtes angepasst werden kann, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.

Gottesdienst im Wandel: Kreissynode fordert Überprüfung der Kirchenordnung
Die Kreissynode hat eine Debatte angeregt, die weitreichende Auswirkungen auf die Gestaltung von Gottesdiensten innerhalb der Landeskirche haben könnte. Angesichts sich wandelnder Strukturen und begrenzter Ressourcen in den Kirchengemeinden werden neue Gottesdienstkonzepte entwickelt, um auf diese Herausforderungen zu reagieren. Dies beinhaltet an manchen Orten eine Reduzierung sowie die Schaffung zentraler Feiern für einzelne Gemeinden. Die Kreissynode wünscht sich eine umfassenden landeskirchenweite Diskussion an, um die Gemeinde in diesem Transformationsprozess nicht allein zu lassen. Der Vorschlag zielt darauf ab, die Landessynode zu bitten, die Artikel 170 und 171 der Kirchenordnung, die sich mit der Zahl, Zeit und Art der Gottesdienste befassen, im Kontext der aktuellen Veränderungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dieser Schritt wird als notwendig erachtet, um den dynamischen Anforderungen an das gottesdienstliche Leben gerecht zu werden und die Kirche in ihrer Mission zu stärken.

Partnerschaftsvertrag mit Kongo verlängert und finanziell unterstützt
Die Kreissynode hat beschlossen, die Partnerschaftsverträge mit den Kirchenkreisen Boende und Lofoy in der Demokratischen Republik Kongo um weitere fünf Jahre zu verlängern. Derzeitige Projekte konzentrieren sich auf die Verbesserung der Gesundheitswesen, Bildung und der Beseitigung von Mangelernährung in den Partnergemeinden. Um diese Ziele weiter voranzutreiben, stellt die Kreissynode weiter Mittel in Höhe von 23.000 Euro pro Jahr bereit. Die Kreissynode dankt dem Partnerschaftsausschuss für sein Engagement, das sowohl den ökumenischen als auch den diakonischen Auftrag der Kirche erfüllt.

Kreissynode überarbeitet Präventionsschulungen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt
Die Kreissynode hat ihre Präventionsschulungen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt überarbeitet. Das neue Konzept umfasst ein 8-stündiges Grundlagenmodul für alle Teilnehmenden sowie ein zusätzliches 8-stündiges Modul für delegierte Presbyteriumsmitglieder. Die Kreissynode unterstützt diesen Schritt und dankt dem Fachbereich Prävention für die Zusammenarbeit. Das Konzept soll regelmßig überarbeitet werden.

Tim Rothe

Tim Rothe

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