Ohne Wandel keine Zukunft
Transformationsprozess im Kirchenkreis Iserlohn schreitet voran
Unruhige Zeiten seien es, weltpolitisch wie auch in der Kirche, sagte Pfarrer Uwe Krause aus den pfarramtlich verbundenen Kirchengemeinde Dahle und Evingsen zu Beginn seiner Andacht, mit der er die Tagung der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn am 14. November im Varnhagensaal eröffnete. Damit lieferte er auch thematisch einen passenden Einstieg in die Herbstsynode, bei der es neben dem traditionellen Themenkomplex Finanzen hauptsächlich um die notwendigen Veränderungen im Kirchenkreis ging, die Superintendent Oliver Günther unter dem Begriff „Transformationsprozess KKIS2030“ zusammengefasst und angestoßen hat.
Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit gab es zunächst ein Grußwort von Laurent Kabuyaya, Agrarökonom und Ökumenischer Mitarbeiter im Süd- Südaustausch der VEM in Mbandaka, der in den Partnerkirchenkreisen im Kongo im Einsatz und aktuell im Kirchenkreis zu Gast ist. Er bedankte sich für die Unterstützung und berichtete von der Arbeit, die auch dank dieser so viel positive Veränderung bringt.
Anschließend eröffnete Verwaltungsleiter Bernd Göbert den Themenblock Finanzen und Haushaltsplanung mit seinem Bericht zu den Kirchensteuern. Er schilderte die Entwicklungen, die sich durch die sinkende Zahl der Gemeindeglieder ergeben und die Maßnahmen, mit denen diesen begegnet wird. Dazu gehört der Vorschlag, dass die Kirchensteuerzuweisungen an die Kirchenkreise um 5 Millionen Euro erhöht werden sollen. Die Landessynode soll prüfen, ob dies möglich ist, ohne die nötigen Einzahlungen in die Versorgungskasse zu gefährden. Die Kreissynode beschloss bei einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen, diesen Antrag an die Landessynode zu stellen.
Transformationsprozess KKIS2030
Nach einem emotionalen Einblick in das zurückliegende Konficamp, das in diesen schwierigen Zeiten ein hoffnungsvolles Zeichen für die Zukunft der kirchlichen Arbeit darstellt, gaben Oliver Günther und Dr. Björn Corzilius einen Zwischenbericht zum Transformationsprozess. „Es kann und wird nicht bleiben, wie es ist“, stellte der Superintendent klar, „am Wandel vorbei gibt es für uns als Kirche keinen Weg in die Zukunft“. Sein Eindruckaus dem Kirchenkreis sei, dass alle schon auf dem Weg seien. „Wir müssen aufbrechen“, unterstrich Björn Corzilius und warf zugleich die entscheidende Frage auf: „Aber wohin?“
Als Antwort präsentierten Günther und Corzilius die Vision, den Kirchenkreis als eine Körperschaft wie eine Kirchengemeinde zu denken. Das könnte unter anderem bedeuten, das gesamte hauptamtliche Personal auf kreiskirchlicher Ebene anzusiedeln und zukünftig einen gemeinsamen Haushalt zu bilden. Dabei solle die Vielfalt des Kirchenkreises und die die lokale Handlungssouveränität in wichtigen Fragen nicht bedroht werden, stellte Corzilius klar, es bedeute jedoch einen tatsächlichen Systemwechsel.
Bisher ist es nur eine Idee, jedoch eine, die „uns gepackt, fasziniert, begeistert“ hat, so der Superintendent. Aus der Reihe der Synodalen gab es dafür viel Lob und Zuspruch, allerdings auch eine kritische Stimme, die betonte, dass Kirche weiterhin vor Ort stattfinden müsse. Das spreche ihm aus dem Herzen und sei gar kein Widerspruch, betonte Björn Corzilius.
Der konkrete Vorschlag an die Synode lautete, die Entscheidungen des Kreissynodalvorstandes zu begrüßen, Transformation umfassend und von ihrem Ergebnis her zu denken. Eine Steuerungsgruppe soll eine passende Transformationsarchitektur entwerfen. Die strategische Zielsetzung des Prozesses soll darin bestehen, im Kirchenkreis Iserlohn Zukunftszentren zu definieren, an denen „in gemeinsamer Verantwortung zeitgemäßes und am Evangelium ausgerichtetes geistliches Leben“ gestalten werden kann. Die Presbyterien sollen bei dem Prozess mit einbezogen werden. Auf der Frühjahrssynode 2026 soll es den nächsten Zwischenbericht geben. Bei vier Enthaltungen und keiner Gegenstimme wurde dieser Beschluss angenommen.
Assessor Thomas von Pavel und Kreiskantor Hanns-Peter Springer gaben einen Zwischenbericht aus der Arbeitsgemeinschaft Kirchenmusik und erhielten von der Synode den Auftrag, weiter darauf hinzuwirken, die kirchenmusikalische Arbeit zukunftssicher aufzustellen.
Wahlen
Jan Ehlhaus und Jannis Schuster aus wurden für die zuvor vakanten Positionen im Leitungsausschuss Jugend gewählt. Pfarrerin Mirjam Ellermann tritt die Nachfolge des in den Ruhestand gehenden Pfarrers Bernd Neuser in der Synodalbeauftragung christlich-islamischer Dialog an. Christina Hartmann übernimmt die Elternzeitvertretung für Nina Wetzstein in der Rechnungsprüfungsstelle.
Die nächste Tagung der Kreissynode findet statt am Samstag, 30. Mai.













