Hartmut Marks

Nah bei den Menschen

Hartmut Marks übergibt Notfallseelsorge-Ausbildung an Simone Stegbauer

Im Ruhestand befindet sich Pfarrer Hartmut Marks schon längst, dennoch war er gerade im Bereich der Notfallseelsorge in den letzten Jahren noch sehr aktiv. Jetzt tritt der 73-Jährige, der in Werne lebt, aber auch dort kürzer.

Im evangelischen Kirchenkreis Iserlohn ist Hartmut Marks vielen Gläubigen noch durch seine Aushilfstätigkeit in der Christus-Kirchengemeinde Iserlohn bekannt. Dort half er seinerzeit vor 16 Jahren neben Pfarrer Volker Horst aus. Parallel dazu startete Hartmut Marks auch in der Notfallseelsorge. Vom damaligen Superintendenten Albert Henz wurde er mit der Koordinierung der Notfallseelsorger im Bereich Westfalen Süd und für die Koordinierung vor Ort im Kirchenkreis Iserlohn beauftragt.

Voller Herzblut begann Hartmut Marks zusammen mit seinem Team damals auch mit der Ausbildung der Notfallseelsorger aus Iserlohn, Hemer, Menden und Altena. Gemeinsam mit seinem katholischen Mitbruder Diakon Ulrich Slatosch fanden zahlreiche Kurse statt, die jeweils ein Jahr dauerten. Die fundierte Ausbildung lag ihm stets am Herzen, auch wenn er die Koordination der Notfallseelsorge im Gebiet bereits an seine Nachfolgerin Gudrun Siebert, Synodalbeauftragte für Notfallseelsorge, abgegeben hatte. Über die Jahre war Marks weiterhin für die Ausbildung zuständig. Unzählige, wertvolle Notfallseelsorger bildete er aus. Aber nun ist Schluss und Marks übergibt auch diesen Posten in jüngere Hände.

Mit Simone Stegbauer, die Hartmut Marks seinerzeit in seinem ersten Ausbildungskurs zur Notfallseelsorgerin ausbildete, steht eine erfahrene Notfallseelsorgerin in den Startlöchern. Und für Marks schließt sich so der Kreis. Sein letzter Kurs ist durch und Simone Stegbauer übernimmt.

Weiter erhalten bleibt Hartmut Marks der Polizei-Seelsorge. Dort betreut er die Einsatzkräfte bei Bedarf nach schwierigen Situationen weiterhin und führt derzeit zweimal im Monat eine sogenannte Alltagsreflexion mit den Einsatzkräften durch. Auch der jährliche Polizei-Gottesdienst in der Adventszeit gehört weiterhin zu Hartmut Marks’ Aufgaben, die er im „Unruhestand“ übernimmt.

Wie kommt jemand wie Hartmut Marks dazu, sich so sehr über Jahre für die Notfallseelsorge zu begeistern? „Man ist nah bei den Menschen und kann ihnen in schwierigen Situationen beistehen, sodass sie in ausweglosen Momenten nicht alleine sind“, lautet Hartmut Marks’ Antwort auf die Gründe für seine Faszination.

Natürlich prägen einen, der so viele Einsätze begleitet hat, auch gewisse Einsätze. In Erinnerung geblieben ist über die Jahre hinweg der Einsatz rund um das Unglück bei der Loveparade in Duisburg 2010. Das Drama mit 21 Toten zählt zu den Einsätzen, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Aber auch die Einzelgespräche und Trauerfeier mit den heimischen Einsatzkräften der Polizei, als ein junger Polizist im vergangenen Jahr im Saarland im Dienst erschossen wurde, sind für Hartmut Marks noch präsent. „Alles Leid macht betroffen“, so Hartmut Marks.

In den schwierigen Situationen, die Marks begleitet, schöpft er Kraft aus seinem eigenen Glauben. „Er zog aber seine Straße fröhlich“ aus der Apostelgeschichte 8,39 ist dann beispielsweise ein Bibelvers, der Hartmut Marks Hoffnung schöpfen lässt. Aber auch sein Konfirmationsspruch „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens“ aus dem 1.Timotheusbrief  6,12 wurde für Hartmut Marks zum Leitspruch seines Handeln.

Einen Ausgleich zur Notfallseelsorge findet Hartmut Marks in seinen nicht ganz alltäglichen Hobbys. Einerseits ist er Veranstalter des regionalen Krimifestivals und Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe mit Kurzkrimis „Blutige Lippe“, andererseits ist er Reiseleiter bei der Auslandsgesellschaft Dortmund und begleitet dort Studien- und Bildungsreisen.

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