Letzte Worte, die den Tod überdauern
Bewegender Vortrag von Dr. Michael Laska eröffnete besonderen Themenblock im Ortlohnpark
Iserlohn. Einen außergewöhnlichen Nachmittag erlebten die Besucher im Pavillon Ortlohnpark am Mittwoch, 12. November. Mit seinem Vortrag über „die letzten Worte“ war Dr. Michael Laska aus Siegburg zu Gast und eröffnete den „besonderen Themenblock“ im November, bei dem die letzte Phase des Lebens im Fokus stand. Um Bestattungen, die Begleitung von Verstorbenen und ihren Angehörigen und schließlich um die Hoffnung durch die Auferstehung sollte es gehen. Doch an diesem Tag eben zunächst um letzte Worte, genauer gesagt die letzten Aussagen von bekannten Persönlichkeiten vor ihrem Tod, überliefert in Briefen oder Reden.
Dr. Laska wurde in Hagen geboren, machte sein Abitur in Iserlohn und war zum wiederholten Male im Ortlohnpark zu Gast. Er hat ein umfangreiches Repertoire an letzten Worten von berühmten Menschen zusammengetragen, aus dem er schöpfen kann. An diesem Mittwochnachmittag wählte er Gunter Sachs, Audrey Hepburn und Jitzchak Rabin – eine Auswahl, die beim Publikum im Pavillon sehr gut ankam. Er stellte zunächst die Biografie der jeweiligen Person vor und machte dabei den Unterschied zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der Realität deutlich. Gunter Sachs etwa sei den meisten durch seine Darstellung in den Medien hauptsächlich als Playboy in Erinnerung, obwohl dies nur auf eine relativ kurze Phase seines Lebens zutreffe. Audrey Hepburn gilt als eine der größten Hollywood-Schauspielerinnen aller Zeiten, war lange Zeit bis zu ihrem Tod jedoch hauptsächlich als Sonderbotschafterin für UNICEF engagiert.
Mit viel Feingefühl leitete er dann zum Tod der Menschen über und verlas vor diesem Hintergrund die letzten bekannten Worte. Gunter Sachs nahm sich das Leben, weil er an Demenz erkrankt war. Er hatte bereits vorher angekündigt, im Falle einer derartigen Diagnose so zu handeln. In einem Abschiedsbrief erläuterte er seine Beweggründe und bedankte sich bei seiner Frau und seinen Freunden für die Bereicherung seines Lebens.
Audrey Hepburn starb an Darmkrebs. Auch sie hinterließ einen Brief an ihre Familie, aus dem Auszüge bekannt wurden, unter anderem dieses berühmt gewordene Zitat, gerichtet an ihren Sohn: „Denke daran, wann immer du eine helfende Hand brauchst: sie ist am Ende deines Armes. Und wenn du älter wirst, denke daran, dass du auch eine zweite Hand hast: eine, um dir zu helfen, die andere, um anderen zu helfen“.
Jitzchak Rabin, dem Laska aufgrund dessen umfangreicher und bedeutender politischer Karriere ein bisschen mehr Aufmerksamkeit widmete, wurde am 4. November 1995 ermordet. Rabin gilt als einer der wichtigsten Figuren im Friedensprozess im Nahen Osten und erhielt in diesem Zusammenhang den Friedensnobelpreis, gemeinsam mit dem damaligen Außenminister Schimon Peres und dem palästinensischen Politiker Jassir Arafat. Ermordet wurde er von einem rechtsextremen israelischen Studenten, nachdem er an einer Friedenskundgebung unter dem Motto „Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt“ teilgenommen hatte. Seine dortige Rede stellt somit seine letzten überlieferten Worte dar. Darin sagte er unter anderem: „Der Weg des Friedens ist dem Weg des Krieges vorzuziehen.“
„Mich erstaunt, wie weit der Prozess schon gekommen war“, sagte Laska im Hinblick auf die aktuelle Situation im Nahen Osten. Wer den Weg des Friedens gehe, sei bedroht – damals wie heute.
Im Publikum entspann sich noch eine angeregte Diskussion über die politische Lage, aber auch ganz persönliche Fragen wie das Thema Sterbehilfe. Die Atmosphäre im Pavillon nach diesem ergreifenden Vortrag bot dazu genau den passenden Rahmen.
Besonders emotional wurde es am Ende, als Karin Schimmel, Initiatorin des Programms und 1. Vorsitzende des Fördervereins, der jüngst mit dem Iserlohner Heimatpreis ausgezeichnet wurde, Dr. Laska ein Geschenk überreichte. Bei einem früheren Vortrag hatte dieser über die Kriegsgefangenschaft seines Vaters gesprochen und über das daher stammende Geschirr. Karin Schimmel überreichte ihm nun Teller ihres Großvaters Josef Kemmerich aus Lindlar. Eine Geste, die den Redner sichtlich rührte und darauf hoffen lässt, dass dieses nicht die letzten Worte von Dr. Laska im Ortlohnpark waren.









