Erste Hilfe für die Seele in Notfällen: Elf neue Notfallseelsorgende im Märkischen Kreis
Über elf neue Notfallseelsorgende kann sich die Notfallseelsorge Märkischer Kreis kreisweit nach erfolgreicher theoretischer Ausbildung jetzt freuen. Lena Boldt und Claudia Sauer (beide Altena), Karina Fittkau (Neuenrade-Küntrop), Olaf von der Horst (Lüdenscheid), Elvira Kister (Nachrodt-Wiblingwerde), Tillmann Müsse (Iserlohn), Lea Roth (Iserlohn und Altena), Beate Kolb (Halver) sowie Sven König, Alicia Zabel, Anisha Karthaus, Hannah Höppe und Ingo Meister (alle Menden) haben sich ein Jahr lang intensiv auf ihre neuen Aufgaben als ehrenamtliche Notfallseelsorgende vorbereitet. In diversen Modulen wurde ein breites Spektrum an Themen abgedeckt. Dabei ging es unter anderem um die Betreuung aller Altersklassen, rechtliche Grundlagen und vieles mehr. Nun wurden sie in St. Matthäus in Altena gesegnet.
Bevor als Notfallseeslsorgende berufen wurden, gab es zunächst eine kurze Andacht mit Ulrich Slatosch, Diakon im besonderen Dienst und Koordinator für Notfallseelsorge und Seelsorge in Feuerwehr und Rettungsdienst beim Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid, und Pfarrer i.R. Hartmut Marks, zuständig für die Ausbildung der Notfallseelsorgenden im evangelischen Kirchenkreis Iserlohn. In der Andacht wurde Gottes Segen für die neuen Notfallseelsorger erbeten.
„Unser Kurs endet heute. Die Einsätze als Notfallseelsorgende beginnen morgen“, so Pfarrer i.R. Marks, der herausstellte, dass ein Jahr intensive Theorie nunmehr auf Praxis trifft. Laut Marks bedeute Notfallseelsorge zuhören, wahrnehmen, aushalten, stärken, ermutigen und gemeinsam nach Hoffnungsperspektiven suchen. Bei ihren Einsätzen begegnen die Ehrenamtlichen Menschen, die eine tragische Erfahrung gemacht haben, die aus ihrer existentiellen Geborgenheit herausgerissen sind, die Lebensgrenzen überschreiten mussten. „Notfallseelsorge ist da Erste Hilfe für die Seele“, bringt es Marks auf den Punkt. Trost, Begleitung, Vermittlung von Nähe und Empathie sind im Einsatz notwendig. „Häufig werden keine Antworten erwartet, die ja auch nicht möglich sind, die Antworten müssen sich die Betroffenen selber geben“, so Marks weiter. Notfallseelsorge sei ein wichtiges Angebot der Kirchen, oft im Hintergrund, aber mit großer Wirkung. Und so sei Notfallseelsorge heutzutage zu einer festen Einrichtung geworden. „Es ist eine schwierige, aber erfüllende Aufgabe“, gab Marks den Neulingen mit auf den Weg.
In der Predigt ging Diakon Slatosch auf den Barmherzigen Samariter ein. Auch er unterstrich, dass in der Notfallseelsorge Empathie eine der wichtigsten Eigenschaften ist. Zudem betonte er, dass die Notfallseelsorge einen oftmals vor Herausforderungen stelle, aber dennoch ein sehr erfüllendes Ehrenamt sei.
Beim feierlichen Abschluss des Ausbildungskurses waren auch Gudrun Siebert, Synodalbeauftragte für Notfallseelsorge, und Sven Fröhlich, Regionalpfarrer für Notfallseelsorge, zugegen, um die neuen Notfallseelsorgenden einerseits zu beglückwünschen und andererseits im Team willkommen zu heißen. Nach der Andacht wurde im Gemeindesaal noch auf den Erfolg der absolvierten Theorieausbildung angestoßen und gemütlich beisammengesessen.
Die Notfallseelsorge ist ein ökumenisches Angebot der Kirchen für alle Menschen unabhängig von Konfession und Religion. Seit über drei Jahrzehnten stehen die Ehrenamtlichen Menschen in akuten Notsituationen bei. Die Notfallseelsorge wird bei Einsätzen wie beispielsweise tödlichen Unfällen oder tragischen Todesfällen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei alarmiert, dadurch ist eine entsprechende Rufbereitschaft fest installiert, sodass im Notfall schnelle Hilfe möglich ist. Die Ausbildung der Notfallseelsorgenden wird unter anderem durch Spenden ermöglicht.
Text und Foto: Annabell Brock







