Besuch aus dem Kongo bringt wertvollen Austausch
Agrarökonom Laurent Kabuyaya zu Gast im Kirchenkreis. Gemeinsamer Kampf gegen Mangelernährung
Seit 40 Jahren verbindet den Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn eine Partnerschaft mit den Evangelischen Kirchenkreisen Boende und Lofoy im Kongo. In dieser Zeit wurden viele segensreiche Projekte angestoßen und beide Seiten konnten voneinander lernen und eine Vertrauensbasis schaffen, die für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit unerlässlich ist. Wichtige Bausteine für die Pflege dieses Verhältnisses und den Erhalt eines aktuellen Eindrucks von der Lage vor Ort, sind gegenseitige Besuche und der persönliche Austausch. Vor diesem Hintergrund war Laurent Kabuyaya, Agrarökonom und Mitarbeiter der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), für einige Tage im Kirchenkreis Iserlohn zu Gast.
Laurent Kabuyaya ist für die VEM im Rahmen des Süd-Süd-Austausches in Mbandaka im Einsatz, dem Sitz des Generalsekretariats der Kirche der Jünger Christi im Kongo, zu der auch die Partnerkirchenkreise Boende und Lofoy gehören. Als Agrarökonom leistet er wichtige Arbeit zur Weiterentwicklung des Nahrungsanbaus in der Region. „Er ist für uns der wohl wichtigste Begleiter und Berater für laufende Projekte wie das Mangelernährungsprogramm und die damit zusammenhängenden Schulgärtenprojekte“, erklärt Pfarrer i.R. Burckhardt Hölscher. Mit einer Delegation des Partnerschaftsausschusses, der neben Hölscher und Pfarrer Emmanuel Boango auch Dr. Ute Müller, Mitbegründerin des Projektes gegen Mangelernährung, angehörte, besuchte Kabuyaya unter anderem die Bartholomäusschule, den Stiftungshof in Kalthof und Hof Drepper in Sümmern.

Auf Hof Drepper traf Kabuyaya auch auf Superintendent Oliver Günther, der sich genau erklären ließ, worin die Unterschiede in der Agrarwirtschaft im Kongo und in Deutschland bestehen und mit welchen Maßnahmen Kabuyaya die Situation vor Ort verbessern möchte. Ein wichtiges Element ist der Anbau von Maniok, weißem Mais und Sorghum. Gerade letztere Getreidesorte war in der Region von Boende und Lofoy lange unbekannt, bietet allerdings enorme Vorteile, da es wenig Wasser benötigt und gut mit Hitze zurechtkommt. Besonders dieser kombinierte Anbau liefert viel Ertrag und bietet eine gute und gesunde Grundlage für die Ernährung.
Wichtig ist für Kabuyaya vor allem, dass bereits die Kinder die Grundlagen gesunder Ernährung und das Pflanzen und Ernten lernen. Ihre Umwelt und das Klima zu schützen, ist ebenfalls von Beginn an Teil der Ausbildung. Dazu schult er Lehrkräfte und richtet Schulgärten ein – so wie in der Grundschule Salongo, die seit 1994 Partnerschule der Bartholomäusschule ist. Im dortigen Schulgarten traf Kabuyaya auf Friedhelm Koch, der die entsprechende AG leitet, sowie auf Schulleiterin Verena Heintz und Ute Strombach, die den Kontakt zwischen den beiden Schulen initiierte. Kabuyaya ließ sich die von den AG-Teilnehmern errichteten Nistkästen und Insektenhotels zeigen, sprach mit Koch über die Streuobstwiesen in Oestrich und nahm am Ende einige Rosmarinzweige mit, um sie im Kongo anzupflanzen.
Mit allen Beteiligten eint Kabuyaya die Vision, den Nahrungsanbau und das Wissen darüber in den Köpfen der Bevölkerung so weiterzuentwickeln, dass irgendwann keine externe Unterstützung mehr benötigt und es dann auch keine mangelernährten Kinder mehr geben wird. Zwar befindet er sich auf einem guten Weg dorthin, doch noch ist dieser weit und bis dahin werden viele Spenden benötigt.
Durch die gute Arbeit des Partnerschaftsausschusses und den engen Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort – wie Laurent Kabuyaya – kann garantiert werden, dass die Spenden ihr Ziel erreichen und gut eingesetzt werden. Die Möglichkeit zu Spenden und weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier .










