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Ende einer Vakanz? Wird Sie die Neue?

Die ungewöhnlichen Rahmenbedingungen für einen außergewöhnlichen Abend am Freitag und den darauf folgenden Sonntagsgottesdienst haben einen besonderen Grund.

Eine vakante Pfarrstelle besetzen

Er liegt in der freudigen Einladung an die Menschen der Christus-Kirchengemeinde und der Region in Iserlohn, denn das Presbyterium der Ev. Christuskirchengemeinde Iserlohn kann nach dem Weggang von Pfarrer Horst eine Kandidatin für seine Nachfolge vorstellen. In dem Bewerbungsverfahren wird Pfarrerin Bettina Roth-Tyburski  am Sonntag, 21. April, um 10.00 Uhr in der Christuskirche in Iserlohn-Roden einen Probegottesdienst halten und heute am Freitag davor, am 19. April 2024, fand mit ihr um 18.30 h in der Brunnenkirche in Iserlohn-Lössel eine besondere Veranstaltung statt.  

„Heimat bieten in der Fremde“ – „Heimat finden in der nahen Fremde“

Pfarrerin Bettina Roth-Tyburski  lebt zusammen mit ihrem Mann Marcus Tyburski seit 2018 in Tokyo. Gemeinsam arbeiten sie in Japan in einer Auslandspfarrstelle der Evangelischen Kirche, deren Dienstzeit nach 6 Jahren beendet ist. Dort haben sie den Menschen der deutschsprachigen Gemeinde Heimat in der Fremde geboten. Nun kommen Beide nach Deutschland zurück und müssen sich eine neue Heimat in der nahen Fremde aufbauen.

Das kann mit der Arbeit in einer neuen Pfarrstelle beginnen. Die hofft Pfrn. Bettina Roth Tyburski mit ihrer Bewerbung auf die vakante Pfarrstelle der Christus-Kirchengemeinde in Iserlohn zu finden, die seit der Pfarramtlichen Vereinigung mit der Emmaus-Kirchengemeinde Oestrich-Dröschede und der Evangelischen Kirchengemeinde Letmathe zu je 50% Christus-Kirchengemeinde und 50% Arbeit in der Region aufgeteilt ist. Die Wahl einer Pfarrperson ist für den 07. Mai 2024 durch die 3 Presbyterien der 3 Gemeinden vorgesehen. Doch davor steht noch das Bewerbungsverfahren.

Nach gut 13 Stunden Flug und einer Flugstrecke von ca. 12.500 km, steht am Freitagabend eine freundlich lächelnde Frau in der Brunnenkirche in Iserlohn-Lössel und hat zu „ihrer Unterstützung“ eine ihrer erwachsenen Töchter mitgebracht. Dicht umringt von erwartungsvollen Menschen wird sie sich der Gemeinde und dem Presbyterium an diesem Abend bei einem „Feierabendmahl“ vorstellen und an diesem Wochenende ihr Bewerbungsverfahren mit Katechese und Probegottesdienst durchlaufen.

Abschied – Neubesinnung – Aufbruch / Loslassen – Durchatmen – Ausprobieren

Sie hat den Abend unter das Thema: “Aufbruch und geistliches Leben in der (Orts-) Gemeinde der Zukunft” gestellt. Neben einem liturgischen Teil und dem gemeinsamen Tischabendmahl mit Sättigungsmahl ist die Gemeinde aufgefordert ihre Vorstellungen von der Zukunft der Gemeinde einzubringen. Dazu liegen Zettel und Stifte bereit und es sind drei Sammelstationen vorbereitet.

Ein wanderndes Gottesvolk

Die Christus-Kirchengemeinde, zusammen mit der Emmaus-Kirchengemeinde Oestrich-Dröschede und der Evangelischen Kirchengemeinde Letmathe, sind schon länger auf dem Weg sich neu zu formieren und inhaltlich zu gestalten. Da passt es gut sich aus der Gemeinde heraus mit Fragen zu befassen, wie es weiter gehen soll, welche Befürchtungen und Wünsche gibt es?

Um dazu Orientierung und Stärkung zu bekommen feierte Pfrn. Roth-Tyburski mit der Gemeinde ein Tischabendmahl. „Es ist gut sich auf die Kraftquelle, die einen gehen lässt, auf Gott, der das wandernde Gottesvolk seit Urzeiten begleitet hat, zu besinnen und sich durch seine Gegenwart im Abendmahl stärken zu lassen“, sagte sie in der Hinführung und dann teilten alle nach der Einsetzung das Brot miteinander an den Tischen, um sich im Anschluss bei einem von vielen helfenden Händen vorbereiteten gemeinsamen Essen zu stärken und auszutauschen.  

Mit einem japanisch-chinesischen Schriftzeichen, das auf die Lücke, den „Raum dazwischen“ hindeutet und auf die Tatsache, dass das Alte noch da ist und das Neue sich noch nicht durchgesetzt hat, machte sie im Anschluss für die Gemeinde die Vorstellung auf, sich des „Raums dazwischen“ ganz bewusst zu widmen, um das Neue einfließen zu lassen und annehmen zu können.

Veränderung braucht Mut, Kraft und Hoffnung

Drei Anregungen gab es für jede und jeden. Vorbereitete Zettel mit einem Motivbild und einem Stichwort wurden ausgefüllt, an den vorbereiteten Stationen abgelegt und rege diskutiert. Hier ein paar wenige Beispiele:

„Loslassen“ gerne und schwer

  • Gerne: Traditionen, hinter denen niemand mehr steht, Liturgie aufbrechen, alte Rollenbilder, konservatives Weltbild …
  • Schwer: Gemeindehäuser, Kirchen, gewohnte Liturgie und Lieder, Traditionen, Gemeindegruppen …

Oasen zum „Durchatmen“:
Taizé-Andachten, Stille genießen, In den Gottesdienst kommen, Lachen, Gemeinschaft, Dankaktion für Ehrenamtliche, Musik, Gastfreundschaft erfahren …
„Ausprobieren“ Gemeinde als Experimentierfeld:

Mitmach-Gottesdienste, Gottesdienste zu anderen Zeiten und für spezielle Zielgruppen, zu den Menschen gehen Bsp. Kirchenbank, Gottesdienste an besonderen Orten, Kino-, Kunst-, Literatur-Gottesdienste, mehr in der Öffentlichkeit sein (Kirche auf dem Markt), Pilgerwege, Feierabendmahle, Konzerte unterschiedlicher Musikstile, interessante am Zeitgeschehen orientierte Veranstaltungen, Freiluftveranstaltungen von Gottesdienst bis Lagerfeuer ggf. mit Mitsingkonzert.

Anregungen

Für eine zukünftige Gemeindearbeit konnte die vielleicht neue Pfarrerin reichlich Material zur Sichtung mitnehmen. Mit der Hoffnung auf einen neuen Schwung in der Gemeinde und der Lust dabei sein zu können, verließen die Menschen das Gemeindehaus nach und nach.

Ein ausführliche Vorstellung von Pfrn. Bettina Roth-Tyburski folgt nach einer Wahl.

Bernhard Laß

Bernhard Laß

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