Eine ganz besondere Kreissynode

Im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn fand die diesjährige Sommersynode im schriftlichen Umlaufverfahren statt

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Wege. Das gilt auch für die Kreissynode als dem höchsten Leitungsorgan – dem „Parlament“ des Kirchenkreises.

Die diesjährige Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn hat nun stattgefunden: allerdings nicht wie gewohnt als Präsenzveranstaltung. Erstmalig in der Landeskirche wurde eine schriftliche Form des Umlaufverfahrens auf den Weg gebrachtDa bis zum 31. August aufgrund der Corona-Pandemie keine größeren Versammlungen stattfinden dürfen, hat die EKvW eigens für diese ungewöhnliche Situation eine Möglichkeit geschaffen, um die Handlungsfähigkeit im Sinne der Geschäftsfähigkeit des Kreissynodalvorstandes, der Superintendentin und der Landessynode zu gewährleisten und am 15.4.2020 den „Praktischen Konsens“ verabschiedet. „Wir waren sehr froh über diese Lösung“, erklärte Superintendentin Martina Espelöer. „Wir mussten die Entscheidung, wie unsere Synode stattfinden kann, in einer Zeit fällen, in der absolut unklar war, wann und ob in diesem Jahr Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen überhaupt wieder möglich werden.“

 

Aufregend wurden die Vorbereitungen dann schon: Die Abstimmung zur Durchführung dieses Verfahrens musste von den Synodalen bereits schriftlich bis zum 11. Mai erfolgen und wurde mit der erforderlichen Mehrheit angenommen. Jetzt ging die eigentliche Arbeit aber erst so richtig los: Alles musste so vorbereitet werden, dass es allein in schriftlicher Form verständlich und durchführbar war.

Die Wahlunterlagen wurden für jeden einzelnen ausgedruckt und am 20. Maiverschickt. Als Alternative zur offenen Diskussion während einer Synode bot die Superintendentin am 25. Mai eine Offene Gesprächsmöglichkeit per Video an.

Zum 28. Mai sollten die Stimmzettel wieder in Superintendentur eintreffen. Beim Team in der Superintendentur rauchten nicht nur einmal buchstäblich Drucker und Köpfe. Die Superintendentin freute sich über die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit: „Solch ein Verfahren muss gut durchdacht und vorbereitet sein. Als jemand rief: Das ist ja einfach! waren wir am Ziel. Ich danke meinen Mitarbeitenden ganz herzlich für dieses unersetzliche Mitdenken.“

Superintendentin Martina Espelöer mit mehr als 90%iger Mehrheit im Amt bestätigt

Die im Amt bestätigte Superintendentin Martina Espelöer (Foto: Evangelischer Kirchenkreis Iserlohn)

Am 2. Juni war es endlich so weit: Um 9 Uhr konnte die Auszählung der Stimmen beginnen. Durchgeführt und überwacht wurde die Auszählung von einem eigens zusammengestellten „Wahlausschuss“. Um 12 Uhr standen die endgültigen Wahlergebnisse fest, die am selben Tag um 17 Uhr im Kreissynodalvorstand bekannt gegeben wurden.

Die seit zehn Jahren amtierende Superintendentin Pfarrerin Martina Espelöer wurde mit über 90 % der abgegebenen Stimmen in ihrem Amt bestätigt und für die neue Wahlperiode von acht Jahren wiedergewählt: „Ich freue mich sehr über das Ergebnis. Die Synode hat mir damit ihr Vertrauen entgegengebracht. Ich bringe ihr auch mein Vertrauen entgegen. Diese Wahl ist auch gleichzeitig ein Auftrag, die Arbeit des Kirchenkreises weiterhin gemeinsam nach vorne zu bringen.“ Leiten lassen möchte sich die studierte Sozialpädagogin und Theologin auch durch die Bergpredigt:

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter. (Matthäus 5, 14f).

„Ich möchte gerne den Weg des Sichtbarwerdens in dieser bunten Gesellschaft mit Ihnen weitergehen. Als Kirche sollen wir erkennbar und auffindbar sein“, beschreibt die Superintendentin ihre Sicht auf das kirchliche Leitungsamt in der schriftlichen Rede innerhalb der Synodenunterlagen. Es gehe auch um neue Wege, aber nicht unbedingt darum, immer mehr zu tun, sondern eher auch darum, Dinge anders zu tun. Das Innehalten und Hören auf das Evangelium, das kollegiale Miteinander und eine Umverteilung der Aufgabenschwerpunkte, zum Beispiel die Reduzierung der Gremienarbeit, seien vielmehr das Ziel. Ihre vier Leitungsprinzipien von Hören – Kommunizieren – Entscheiden – Umsetzen – wird sie dafür auch weiterhin verfolgen.

 

 

Synodalassessor im Amt bestätigt

Synodalassessor Pfarrer Thomas von Pavel

In diesem Punkt sind sich die Superintendentin und ihr ebenfalls mit über 90 % der Stimmen wiedergewählte Synodalassessor Thomas von Pavel einig: „Besonders wichtig ist mir, die Vielfalt in Kirche und Gesellschaft wahrzunehmen und zu erhalten“, bestätigte der Pfarrer und Schulreferent. „Dabei liegt mir besonders viel daran, die Kirche als Ganzes im Blick zu behalten. Parochie, synodale Dienste und auch die kirchliche Verwaltung und Leitung, sind verschiedene Glieder der Kirche, die ohne den anderen nicht funktionieren können.“ Thomas von Pavel ist seit 2004 im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn beschäftigt und hat seit 2014 das Amt des Synodalassessors inne.

Auch die stellvertretende Synodalassessorin Dorothea Goudefroy wurde im Amt bestätigt. Die seit 2010 in Menden beschäftigte und nebenberuflich als Supervisorin innerhalb der EKvW tätige Pfarrerin möchte den Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn als lebendige Gemeinschaft im Glauben und Leben stärken: „Ich möchte meine Gaben dafür einsetzen, Vielfalt in Theologie, Gemeindekonzepten, synodalen Diensten und innovativen Projekten zu fördern.“ Sie arbeitet bereits seit fünf Jahren im Kreissynodalvorstand mit.

Wahlergebnisse für den Kreissynodalvorstand

Ebenso wurden alle anderen Mitglieder des Kreissynodalvorstandes sowie die Delegierten zur Landessynode mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. Als weitere Vertreter des Kreissynodalvorstandes wurden gewählt:

·         Stellv. Synodalassessorin Pfarrerin Dorothea Goudefroy

·         Synodalscriba: Pfarrerin Christine Grans; Stellvertretung: Pfarrer Tom Mindemann

·         1. Synodalälteste: Kornelia Henze; Stellvertretung: Bianca Dausend

·         2. Synodalälteste: Angela Schulte; Stellvertretung: Claudia Malcus

·         3.Synodalältester: Heidrun Brucke: Stellvertretung: Ralf Micha

·         4. Synodalälteste: Dagmar Speckmann

·         5. Synodalältester: Heinz Leo Belter

·         6. Synodalältester: Jörg Freiburg

Wahlergebnisse zu den Vertretern der Landessynode

Als Vertreter bei der Landessynode wurden gewählt:

·         Theologische Abgeordnete zur Landessynode: Pfarrerin Dr. Tabea Esch; Erste Stellvertretung: Pfarrerin Dorothea Goudefroy; Zweite Stellvertretung: Pfarrerin Birgit Fiedler

·         1. Nichttheologische Abgeordnete: Angela Schulte

·         2. Nichttheologische Abgeordnete: Heidrun Brucke

·         3. Nichttheologischer Abgeordneter: Dennis Ismer

 

Die gewählten Mitglieder des Finanzausschusses

In den Synodalen Finanzausschuss wurden gewählt:

·         Heinz-Leo Belter

·         Jörg Freiburg

·         Ulrich Groth

·         Silke Hoppe

·         Friedhelm Kowalski

·         Pfarrer Uwe Krause

·         Klaus Mönkemöller

·         Erich Reinke, Synodale Dienste

·         Frank Strobel

·         Pfarrer Martin Wehn, Diakonie Mark-Ruhr

 

Der Finanzausschuss besteht aus 9 sachkundigen Mitgliedern aus den Kirchengemeinden des Kirchenkreises und 2 Mitgliedern aus dem Bereich der synodalen Einrichtungen und Dienste im Kirchenkreis. Es sollen höchstens 2 Pfarrerinnen oder Pfarrer und 2 hauptamtliche kirchliche Mitarbeitende gewählt werden.

 

 

Der neue Nominierungsausschuss

In den Synodalen Nominierungsausschuss wurden gewählt:

·         Für die Region Altena: Angela Schulte

·         Für die Region Hohenlimburg: Dagmar Speckmann

·         Region Iserlohn: Pfarrer Volker Horst

·         Region Menden: Pfarrer Frank Fiedler

·         Region Schwerte: Pfarrer Thomas Gössling

·         Region Hemer: NN

·         Synodale Dienste: Erich Reinke, Pfarrerin Ruth Hansen

·         2 weitere sachkundige Mitglieder: Klaudia Botschar, Sabine Schube

Der Nominierungsausschuss setzt sich zusammen aus 14 Mitgliedern. Mindestens ein Mitglied soll dem Kreissynodalvorstand angehören

Der Verstorbenen Synodalen Karl F. Kruschel und Johannes Lausberg wurde ebenfalls in schriftlicher Form würdigend  und mit Dank gedacht.

Beschluss zum Umgang mit den Kirchensteuermehreinnahmen 2019

Jörg Freiburg, Vorsitzender des Finanzausschusses, bei der Finanzsynode 2019

Die Einbringung zum Umgang mit den Kirchensteuermehreinnahmen 2019 erfolgte durch den Vorsitzenden des synodalen Finanzausschusses Jörg Freiburg, ebenfalls in schriftlicher Form. Die Informationen zur aktuellen Finanzlage wurden ausführlich und verständlich beschrieben. Der Beschlussvorschlag sah vor, die noch nicht verteilten Kirchensteuereinnahmen aus dem Jahr 2019 nach den Regeln der bis zum 31.12.2019 gültigen Finanzsatzung zu verteilen. Alle Gemeinden wurden dringend gebeten, diese Finanzmittel in der Ausgleichsrücklage zu belassen, um den zu erwartenden Rückgang der Kirchensteuereinnahmen wenigstens teilweise abfedern zu können.

Die Synode folgte diesem Vorschlag einstimmig. „Ich freue mich über den erfolgreichen und reibungslosen Ablauf dieser Kreissynode und bin froh, dass wir in dieser Krisenzeit gangbare Wege gefunden haben. Es brauchte Mut und auch Zuversicht und beides haben wir gewagt – darin zeigt sich auch die Kultur dieses Kirchenkreises, für die ich sehr dankbar bin,“ äußerte sich die frisch wiedergewählte Superintendentin am Abend der Auszählung.

Die weiteren Themen, die einer ausführlichen Diskussion bedürfen, werden am Samstag, dem 7. November2020 auf der Tagesordnung stehen - unter den momentan herrschenden und bekannten Vorbehalten.