Tagung der Kreissynode vom 7. November 2020 - erstmals digital

Ein Bericht

KSV-Mitglieder bei der Kreissynode, im Vordergrund Superintendentin Martina Espelöer; Foto: Karl-Heinz Struve

Am 7. November fand die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn statt. Durch die aktuelle Corona-Situation wurde sie erstmalig digital durchgeführt. Lediglich der Kreissynodalvorstand, ohne Stellvertreterinnen und Stellvertreter, war im Saal des Varnhagenhauses präsent (insgesamt neun Personen) - alle anderen stimmberechtigten Mitglieder nahmen per Zoom-Konferenz an der Kreissynode teil. Einbringerinnen und Einbringer erschienen nur zu ihrem jeweiligen Tagesordnungspunkt im Varnhagenhaus. Beratende Mitglieder konnten die Kreissynode  per Livestream über YouTube verfolgen. Auftretende Fragen konnten über einen festen Ansprechpartner per Email eingebracht werden. Der technische Support wurde vom Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn zur Verfügung gestellt.

 

 

Eröffnung durch die Superintendentin

Die Superintendentin eröffnete die Kreissynode um 8.30 Uhr. Pfarrer Fritz-Uwe Schulte hielt die Andacht und Kreiskantor Hanns-Peter Springer sorgte mit einem Cluster-Video aus kurzen Gesangs- und Instrumental-Beiträgen einiger Synodaler für eine musikalische Überraschung.  Im Anschluss stellte Pfarrerin Dorothea Goudefroy den  Ökumenische Mitarbeiter Pfarrer Emmanuel Boango aus den Partnerschaftskirchenkreisen Lofoy und Boende im Kongo vor. Pfarrerin Dorothea Goudefroy wurde am Vortag zur neuen Superintendentin im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho gewählt, wozu ihr Superintendentin Martina Espelöer im Namen der gesamten Synode  gratulierte. Pfarrer Emmanuel Boango ist Mitglied der Evangelischen Jünger-Kirche im Kongo. Er war in seiner Kirche als Superintendent und als Leiter der Abteilung Evangelisation tätig. Im Dezember ist er mit seiner Familie in den Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn gekommen, um mit den Mitarbeitenden in den Kirchengemeinden Letmathe und Oestrich-Dröschede, aber auch im Kirchenkreis und EKvW-weit zusammenarbeiten, um die Ökumene in globaler Perspektive zu fördern. Bei Interesse wenden Sie sich gern direkt an ihn: boangoemmanu@remove-this.gmail.com; Telefon 01520 5234331. Pfarrer  Boango freut sich sehr über diese Möglichkeit: „Ich bin sehr dankbar für die Hilfe und die Liebe, die Sie uns entgegenbracht haben.“ Auch Superintendentin Espelöer bedankte sich bei Pfarrer Boango der Begleitgruppe rund um Dr. Ute Müller und versicherte: „Wir werden in der Freundschaft wachsen.“

Dagmar Speckmann, Vorsitzende des Nominierungsausschuss; Foto: screenshot Karl-Heinz Struve

Wahlen

Auf Vorschlag des Nominierungsausschuss wurden von der Synode gewählt

Wahlergebnis für den Kreissynodalvorstand

 Als Vertreter des Kreissynodalvorstandes wurde gewählt:

        
Stefan Schneider aus Balve;  Stellvertreter für die 4. Synodalälteste Dagmar Speckmann

Wahlergebnisse zu den Vertretungen der Landessynode

Als Vertreter und Vertreterin bei der Landessynode wurden gewählt (für 3 Nichttheologische Mitglieder - jeweils 2 Stellvertretungen) 

1. Stellvertretung der 1. Nichttheologischen Abgeordnete
Ralf Micha aus Iserlohn
1. Stellvertretung der 2. Nichttheologischen Abgeordnete
Friedhelm Kowalski aus Iserlohn
1. Stellvertretung des 3. Nichttheologischen Abgeordneten
Marie Bienefeld aus Schwerte
2. Stellvertretung der 1. Nichttheologischen Abgeordnete
Carsten Menzel aus Altena
2. Stellvertretung der 2, Nichttheologischen Abgeordnete
Albrecht Buscher aus Schwerte
2. Stellvertretung des 3. Nichttheologischen Abgeordneten
Fabian Neuhaus aus Schwerte

 

Wahlergebnis für Vertretung im Verwaltungsausschuss der Gemeinsamen Kirchensteuerstelle der EKvW

Bernd Göbert, Verwaltungsleiter beim Kreiskirchenamt Sauerland Hellweg in Iserlohn und als seinen Stellvertreter Olaf Krähahn

Mitglied für den Regionalen Arbeitskreis für Mission, Ökumene und Weltverantwortung (RAK)

Auf Empfehlung des KSV beruft die Kreissynode Iserlohn in den Regionalen Arbeitskreis für Mission, Ökumene und Weltverantwortung (RAK) folgende Personen: Pfarrer Hartmut Görler aus Schwerte und Rolf Borscheid aus Iserlohn.

Berufung Kreiskantor

Auf Empfehlung des KSV beruft die Kreissynode Iserlohn den jetzigen Kirchenmusikdirektor Hanns-Peter Springer aus Iserlohn für eine weitere Amtszeit als Kreiskantor.

Symbolfoto; Hebi B. auf pixabay

Neuordnung der Synodalen Ausschüsse und Beauftragungen

Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn hält 16 Ausschüsse vor in den Handlungsfeldern
• Gottesdienst, Kirchenmusik und Kultur
• Seelsorge und Beratung
• Diakonie und gesellschaftliche Verantwortung
• Bildung und Erziehung
• Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung
• Leitung, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit
Seit einiger Zeit steht die Frage im Raum, wie das Ausschusswesen neu geordnet werden kann. Anlass dieser Überlegung sind zum einen der Wunsch nach mehr Beweglichkeit für die
Arbeitsweise der Gremien und zum anderen auch die kleiner werdende Zahl der Gemeindeglieder im Kirchenkreis. Diese Frage wurde in einer von der Synode beauftragten AG bearbeitet und auch mit Ideen versehen, beispielsweise der Umwandlung eines Ausschusses in einen Runden Tisch, in eine Konferenz, anlassbezogen einberufen durch eine Person mit einer entsprechenden Synodalbeauftragung.

Die Kreissynode beauftragt den Nominierungsausschuss, bis zum 30.11.2020 Vorschläge zur Besetzung der Ausschüsse und der Synodalbeauftragungen vorzulegen. Die Beschlussfassung durch die Kreissynode erfolgt auf der Basis des Praktischen Konsenses per Umlaufbeschluss

Gesetzesvorlagen

Altersgrenze von 75 Jahren in Leitungsgremien

Die Landeskirche bittet die Kirchengemeinden und Kirchenkreise um Stellungnahme zu einer Änderung diverser Artikel der Kirchenordnung, die das 75. Lebensjahr als Obergrenze für die
Mitgliedschaft in Leitungsgremien betreffen. Das, was bisher für die Kirchengemeinde galt, soll auf die ganze Landeskirche angewandt werden.

Die Kreissynode Iserlohn stimmt der Änderung der Kirchenordnung (KO) und Änderung des Verbandsgesetzes, Altersgrenze von 75 Jahren in Leitungsgremien, zu.

Antrag zur Einleitung eines Stellungnahmeverfahrens zur Änderungen der Kirchenordnung aufgrund der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen stellt auch die Arbeits- und Beschlussfähigkeit von kirchlichen Gremien wie Presbyterien und Kreissynode vor Herausforderungen. So tagte die Synode im Juni d.J. nicht als Präsenzveranstaltung, sondern Entscheidungen wurden per Umlaufbeschlüsse gefasst, also schriftlich. Die jetzige Synode tagte digital. Aufgrund der aktuellen Sachlage entstand die Überlegung, ob die Möglichkeit bestünde, den "Praktischen Konsens" in die Kirchenordnung aufzunehmen und zu verstetigen.Der Synodale Pfarrer Uwe Krause stellte dazu den Antrag, der Landeskirche vorzuschlagen, ein entsprechendes Stellungnahmeverfahren einzuleiten, um die Mitwirkung der Presbyterien und Gemeinden zu gewährleisten.

Die Kreissynode Iserlohn stimmte der Änderung des Antrages zu.

Haushaltsplanung für 2021

Verwaltungsleiter Bernd Göbert

Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn plant  für das Jahr 2021mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe von rund 13,3  Millionen Euro. Das entspricht Mindereinnahmen gegenüber der ursprünglich geschätzten Höhe von ca. 230.000 Euro.

Für 2020 wird coronabedingt mit einer negativen Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen gerechnet. Die ursprünglich geschätzten Einbußen von 8 % wurden Stand 30.09.2020 auf 4,85 % korrigiert. Eine endgültige Bewertung kann erst nach Ablauf des Jahres erfolgen.

Die Kreissynode hat entschieden, besonders den Bereich der Pfarrstellen und der Kirchengemeinden abzufedern.

Die Prognose zeigt, dass weiterhin ein sparsames und sorgfältiges Haushalten notwendig ist. Die Kostensteigerungen wurden bereits in den vergangenen Jahren durch die Kirchensteuern nur noch knapp gedeckt. Besonders im Bereich Kindertageseinrichtungen und Gebäude, aber auch im Pfarrstellenbereich sind weiterhin noch viele Fragen zu lösen.

Ökumenefonds der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW)

Pfarrerin Dorothea Goudefroy stellte der Synode den neu gegründeten Ökumenefonds vor. Die Evangelische  Kirche von Westfalen (EKvW) stellt seit 2020 den Kirchenkreisen jährlich einen Betrag von 0,50 Euro pro Gemeindeglied für die eigenständige Schwerpunktsetzung im Bereich Weltmission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung zur Verfügung. Für den Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn werden das pro Jahr rund 46.000 Euro sein. Mit diesen Finanzmitteln soll die Vielfalt der ökumenischen Arbeit in den Kirchenkreisen nachhaltig gesichert werden. Angesichts der aktuellen Corona-Pandemie und ihrer gravierenden Folgeschäden für die internationalen Partnerkirchen können die Gelder auch für entsprechende Nothilfen verwendet werden.

 

 

Anträge an die Landessynode

1. Erlöser-Kirchengemeinde Iserlohn – Einbringung durch Pfarrer Gottfried Abrath

Die Idee eines neuen  Taufritus ist aufgrund der veränderten Hygienebestimmungen durch Corona entstanden: Eltern sollen in den Taufritus einbezogen werden, indem sie das Wasser auf den Kopf des Täuflings gießen. Der Liturg spricht die geistlichen Worte und führt so die Taufe vor. Die Erlöser-Kirchengemeinde stellt den Antrag an die Landessynode, diesen Ansatz grundsätzlich zu  übernehmen, theologisch zu überarbeiten und in die Taufagende der Landeskirche aufzunehmen. Der Antrag wurde von der Kreissynode beschlossen.

2. Kirchengemeinde Letmathe - Einbringung durch Pfarrerin Birgitt Johanning

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn nimmt den Antrag der Evangelischen Kirchengemeinde Letmathe an die Landeskirche zur Eröffnung einer landeskirchlichen Debatte über die Frage der Einführung eines Allgemeinen Sozialen Jahres (oder Dienstjahres) in der Bundesrepublik Deutschland befürwortend zur Kenntnis und leitet ihn an die Landeskirche weiter.

3. Kirchengemeinde Ergste - Einbringung durch Albrecht Buscher

In vielen Kirchengemeinden finden keine Presbyterwahlen mehr statt, da sich nicht genügend Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl stellen. Die Evangelische Kirchengemeinde Ergste sieht  durch die Erstellung eines Kandidaten-Pools und die Vereinfachung des Wahlverfahrens einen höheren Anreiz für mögliche Kandidatinnen und Kandidaten, sich an der Mitwirkung im Rahmen der Gemeindeleitung zu beteiligen.

Der Antrag wurde nach reger Diskussion von der Kreissynode mit knapper Mehrheit abgelehnt. Die Superintendentin ermutigte das Presbyterium in Ergste, die Vorschläge noch einmal zu konkretisieren, wenn es ein Anliegen bleibe, und bei der nächsten Synode erneut vorzutragen.

4. Diakonie Mark-Ruhr - Einbringung durch Pfarrer Martin Wehn, Theol. Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr

Pfarrer Martin Wehn wies darauf hin, dass die Kirchenleitung in diesem Jahr beschlossen hat, die Förderung von rund 500.000 Euro, aus dem auch die Flüchtlingsarbeit gespeist wird, zu schließen. Diese 500.000 Euro sollen komplett auf die Kirchenkreise und Kirchengemeinden verschoben werden. Der Vorschlag an die Landessynode lautet, sich diese Mittel zu teilen: Übernahme von 50% durch die Landeskirche, 50% aus Vorwegabzug an die Kirchenkreise und Kirchengemeinden. Es verblieben 0,10 Euro pro Gemeindemitglied, pro Jahr; für den Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn wären es ca. 13.000 Euro pro Jahr in Summe. Die Abstimmung ergab nach reger Diskussion eine Patt-Situation, was zur Ablehnung des Antrags führte.

Superintendentin Martina Espelöer wies ausdrücklich darauf hin, dass dies keine generelle Ablehnung der Flüchtlingshilfe bedeute, im Gegenteil: es bestehe bereits ein starkes finanzielles Engagement in Bezug auf Flüchtlingshilfe im Rahmen des NEST-Projekts seitens des Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn. Allerdings müsse zunächst die derzeitige finanzielle Situation überdacht werden. Es wurde empfohlen, den Vorschlag zunächst zu überdenken.

 

 

Dank

Superintendentin Martina Espelöer

Die Superintendentin schloss die Synode mit dem Segen und einem herzlichen Dank an alle Mitarbeitenden, die  in der Vorbereitung und während der Durchführung der Synode in den Bereichen der Organisation und des technischen Supports tätig waren und ganz besonders dem Kreissynodalvorstand für seine Unterstützung. Zuversichtlich blickte sie auf die nächste Kreissynode, die voraussichtlich am 19. Februar 2021 stattfinden wird: „Wir wissen nun, dass wir bei der nächsten Kreissynode in jeder Situation handlungsfähig sind!“ Synodalassessor Thomas von Pavel dankte der Superintendentin auch im Namen des Kreissynodalvorstandes: „Für die Arbeit, die du geleistet hast. Dass du uns durch diese schwierige Pandemie-Situation gut und sicher geführt hast und für die souveräne Leitung in dieser Synode.“ Die Vorbereitungen dafür seien „nicht ohne“ gewesen und so freute sich Superintendentin Espelöer über den Blumenstrauß – natürlich pandemiegerecht überreicht mit gebührendem Abstand. (Foto: Archiv November 2019)